Sanierung Wasserversorgung Rengg
Entlebuch LU
Die Gemeinde Entlebuch befindet sich im Südwesten des Kantons Luzern, im Herzen der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Das Dorf Entlebuch liegt am Zusammenfluss der Kleinen Emme und Grossen Entlen auf ca. 700 m.ü.M. Zusammen mit dem Dorf bilden die vier Aussenbezirke Ebnet, Rengg, Rotmoos und Finsterwald das 5’696 ha umfassende Gemeindegebiet. Entlebuch liegt zentral und ist von Luzern aus in nur 25 Minuten mit dem öffentlichen Verkehr oder auf der Strasse erreichbar.
Das Wappen von Entlebuch zeigt in Rot eine silberne Buche mit sieben grünblättrigen Ästen und erinnert an den Buchen-Urwald, den die ersten Siedler ums Jahr 800 antrafen.
Wer rodete, dem gehörte das Land. Kaum war die schwerste Arbeit getan, legten die Freiherren von Wolhusen auf dem Hügel über dem Zusammenfluss der Entlen und dem Burgbach einen Stützpunkt an. Auf seinen Ruinen steht heute eine Kapelle. Um 900 wurde in Entlebuch die erste Kirche gebaut. Sie wurde dem heiligen Martin geweiht.
1139 wird Entlebuch zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Die Original-Urkunde ist verschollen. Eine weitere Aufzeichnung des Siedlungsnamens erfolgte am 8. Juni 1157 in Rom durch Roland, den Kanzler von Hadrian IV. Abt Gunther von St. Blasien im Schwarzwald hatte den Papst gebeten, das Kloster und seine Besitzungen, zu denen die älteste, namengebende Talkirche «Entilibuoch» gehörte, in Schutz zu nehmen. In einem Dokument vom 8. Juli 1157 bestätigt Bischof Hermann von Konstanz dem Kloster von St. Blasien den von Papst Hadrian IV. zuerkannten Besitz, darunter die Kirche von «Entelinbuoch». Entlebuch bedeutet «zur Entle gehöriger Buchenwald» oder «an der Entle gelegener Buchenwald». Die Urpfarrei Entlebuch umfasste die später herausgelösten Sprengel Doppleschwand, Hasle, Romoos und Schüpfheim.
Die Freiherren von Wolhusen wurden um 1300 von den Habsburgern als Landesherren abgelöst. Aus dieser Epoche stammt auch der trutzige Entlebucher Kirchturm. Zur Zeit des Sempacherkrieges träumte man hier von einem unabhängigen, mit Luzern verbündeten Entlebuch. Aber 1405 gelang es den «Gnädigen Herren und Obern», wie sie sich später nannten, die Pfandrechte über das Land zu kaufen. Mehrmals versuchten die «Untertanen», das luzernische Joch abzuschütteln.
1653, als der Freiheitsfunke vom Entlebuch auf die anderen Ämter übersprang und von Bern nach Solothurn bis nach Basel zündete, glaubte man sich endlich am Ziel. Aber die Bauern scheiterten an ihren besser organisierten patrizischen Gegnern, der Krieg ging verloren.
Erst am 31. Januar 1798 verzichteten dann die «Gnädigen Herren» von Luzern auf die aristokratische Regierungsform. Seither ist Entlebuch eine der gleichberechtigten Gemeinden des Kantons Luzern.
Bevölkerung
| 1960 | 3’318 Einwohner |
| 1980 | 3’238 Einwohner |
| 2000 | 3’238 Einwohner |
| Heute | 3’450 Einwohner |
Altersstruktur
| 0 - 15 Jahre | 612 Personen | 18 % |
| 16 - 65 Jahre | 2’108 Personen | 61 % |
| über 65 Jahre | 730 Personen | 21 % |
Schulen
| 54 Kindergarten | in Entlebuch |
| 236 Primarschüler | in Entlebuch und Ebnet |
| 109 Oberstufenschüler | in Entlebuch |
| 10 Mittelschüler | in Schüpfheim |
Gemeindefläche
| Wald | 2’482 ha |
| Landwirtschaftliche Nutzfläche | 2’796 ha |
| Siedlungsfläche | 221 ha |
| unproduktiv | 197 ha |
| Total | 5’696 ha |
Das Dorf liegt auf rund 700 m.ü.M. und der höchste Punkt der Gemeinde auf 1’903 m.ü.M. Entlebuch befindet sich in den Bergzonen II und III und hat Sömmerungsgebiete.
Erwerbsstruktur
| 148 | Landwirtschaftsbetriebe Haupt- und Nebenerwerb |
| 67 | Betriebe in Handwerk und Industrie |
| 167 | Betriebe im Dienstleistungssektor |
Vereine
In der Gemeinde Entlebuch sind insgesamt 85 Vereine aktiv tätig und unterstreichen ein lebendiges Vereinsleben, das eine zentrale Rolle im kulturellen, sportlichen und gesellschaftlichen Alltag des Dorfes einnimmt.
Tourismus
Touristisch bietet sich Entlebuch als Naherholungsgebiet an, aber auch als Ausgangsort für Ferien in der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Man findet ein ausgedehntes und gut markiertes Wanderwegnetz vor, welches Wanderungen durch Wälder sowie entlang von kleinen Gewässern und über aussichtsreiche Höhenzüge umfasst. Rund um den Risetenstock, einem Grenzgebiet zu Obwalden, bieten sich Bergwanderungen an. Hier kann vom Frühjahr bis zum Spätherbst eine vielfältige Alpenflora beobachtet werden. Auch ist es ohne weiteres möglich, dass man hier Nieder- und Hochwild begegnet, zum Beispiel Rehen, Gämsen und Steinböcken. Erwähnenswert sind im Weiteren der Emmenuferweg und der damit verbundene Erlebnispfad «Wasserweg der Kleinen Emme» zwischen Hasle und Wolhusen oder der Moorpfad in Finsterwald. Viele reizvolle Wanderungen führen in die Nachbargemeinden Hasle (Schimbriggebiet) oder Doppleschwand/Romoos (Napfgebiet). Im Winter kommen die Wintersportler zum Zuge, sei es auf der Abfahrtspiste in Gfellen, auf der Langlaufloipe in Finsterwald oder auf genussreichen, leichten Skitouren.
Die Gäste werden in 3 Hotels mit 68 Hotelbetten oder 50 Ferienhäusern und 51 -wohnungen beherbergt. Ausserdem gibt es 3 Gruppenunterkünfte, und 11 Restaurants sorgen für das leibliche Wohl.
Die finanzielle Situation der Gemeinde
| Nettoverschuldung pro Kopf 2024 | Fr. | 1’495.58 |
| Steuereinnahmen pro Kopf 2024 | Fr. | 2’603.99 |
| Abschreibungen 2024 | Fr. | 1’175’166.14 |
| Ertragsüberschuss 2024 | Fr. | 1’123’576.18 |
| Finanzausgleichsbeitrag 2024 | Fr. | 4’714’871.-- |
| Besondere Einnahmen 2024 (Regalien, Konzession) | Fr. | 167’640.60 |
| Gemeindesteuerfuss | 2.1 | |
| Höchster Steuerfuss im Kanton | 2.3 | |
| Tiefster Steuerfuss im Kanton | 0.9 |
Direkte Bundessteuer pro 2022:
| Gemeinde Entlebuch | Fr. | 1’216.-- |
| Kanton Luzern | Fr. | 1’567.-- |
| Schweiz | Fr. | 3’008.-- |
Wasserversorgungsgenossenschaft Rengg
Das Wasser wird in der Gemeinde Entlebuch von 10 Wasserversorgungen geliefert. Diese sind verantwortlich für das Ablesen der Wasseruhren und für die Meldung der Verbrauchszahlen an die Gemeinde Entlebuch. Aufgrund der gemeldeten Daten erstellt die Gemeinde Entlebuch die Abwasserrechnungen.
Die Wasserversorgungsgenossenschaft Rengg wird als genossenschaftlich organisierte bzw. kommunal eingebundene Einrichtung bezeichnet. Sie wird jedoch primär als öffentlich-rechtliche oder kleine Korporations-/Genossenschaftseinrichtung geführt und regelt den Bau, Betrieb und Unterhalt der Anlage sowie die Beziehungen zwischen der Wasserversorgung und den Bezügern.
Im Frühjahr 2026 hat die Wasserversorgungsgenossenschaft Rengg den Wasserzins deutlich erhöht, und zwar um 30 Rappen auf neu Fr. 1.10 für Genossenschafter bzw. 1.30 pro m³ für Bezüger. Die Abwassergebühren von Fr. 2.50/m³ werden von der Gemeinde Entlebuch eingezogen.
Finanzielle Lage der Wasserversorgungsgenossenschaft Rengg 2025
| Einnahmen | Fr. | 86’784.50 |
| Ausgaben | Fr. | 102’732.52 |
| Verlust | Fr. | 15’948.02 |
| Vermögen | Fr. | 103’039.28 |
| Schulden | Fr. | 0.-- |
Zum Projekt
Die heutige Wasserversorgung der Gemeinde Entlebuch und der weit verzweigten Liegenschaften und Weiler wird durch eine Vielzahl von genossenschaftlich organisierten Wasserversorgungen sichergestellt. Diese Wasserversorgungen sind zumeist durch grosse Leitungsnetze und wenige angeschlossene Einwohner gekennzeichnet. Die Infrastrukturen stammen zu einem grossen Teil aus den 60er und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie befinden sich in einem schlechten Zustand und sind umfassend sanierungsbedürftig, insbesondere das Leitungsnetz und das Reservoir Schrot. Hinzu kommt, dass die trockenen Sommer der kürzeren Vergangenheit aufgezeigt haben, dass es Handlungsbedarf gibt, um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft gewährleisten zu können. Die gestiegenen, gesetzlichen Qualitätsstandards führen zu zusätzlichen Herausforderungen für diese Versorgungen. Zur Verbesserung der Versorgungssicherheit soll im Zuge von vorgesehenen Leitungserneuerungen und Reservoir-Sanierungen ein Zusammenschluss der heute voneinander unabhängigen Netzsysteme Schwändi und Rengg vorgenommen werden.
Die Wasserversorgung Rengg ist eine kleine gemeinschaftlich, landwirtschaftliche Wasserversorgung, welche in den 1960er-Jahren gebaut wurde. Die Quellschüttungen der fünf eigenen Quellen sind hoch und relativ konstant. Das Wasser, welches nicht von den Mitgliedern bezogen wird, wird an andere Wasserversorgungen abgegeben. So bezieht die Wasserversorgung Schwändi und die Wasserversorgung Mosigen/Feld bei Bedarf Wasser von der Wasserversorgung Rengg, und die Wasserversorgung Bramegg bezieht den Überlauf der Quellen. Die Versorgung ist somit von hoher Wichtigkeit in diesem Gebiet.
Die Anlage hat mittlerweile das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Zur Behebung dieser Mängel ist ein Neubau der Wasserversorgungsanlage erforderlich. Grundsätzlich steht genügend Wasser zur Verfügung. Fällt jedoch die ergiebigste Quelle aus, entsteht rasch eine Situation, in der nicht mehr ausreichend Wasser vorhanden ist, um die Versorgung sicherzustellen. Aus Gründen der Versorgungssicherheit des gesamten Gebiets besteht daher ein erhebliches Interesse daran, den Wasserbezug der Wasserversorgung Rengg aufrechtzuerhalten, beziehungsweise weiter auszubauen.
Das Einzugsgebiet und der Wasserbezugsort liegen im Gebiet Rengg. Der Ortsteil befindet sich nordöstlich des Dorfes Entlebuch. Das ganze Gebiet liegt in einer topografisch anspruchsvollen Lage mit grossen Höhendifferenzen zwischen rund 943 m.ü.M. bis 1’033 m.ü.M. Das Gebiet befindet sich generell in der Landwirtschaftszone. Die Wasserversorgungsgenossenschaft Rengg erschliesst direkt 22 Liegenschaften und liefert zusätzlich Wasser für zwei weitere Versorgungsgebiete. Es werden sechs Landwirtschaftsbetriebe mit rund zwölf Standardarbeitskräften (SAK) und einem Viehbestand von rund 175 GVE versorgt. Das Einzugsgebiet umfasst rund 102 ha landwirtschaftliche Nutzfläche und rund 18 ha Waldfläche.
Die Arbeiten für die Verteilinstallationen ab den Wasserzählern, bzw. den Hauptschiebern, innerhalb der Gebäude werden von den jeweiligen Liegenschaftseigentümer getragen.
Das Reservoir Obwiden ist in einem guten baulichen Zustand. Es müssen nur wenige Anpassungen vorgenommen werden. Das bestehende runde Reservoir Schrot wird zurückgebaut und durch einen rechteckigen Neubau ersetzt. Das Quellwasserpumpwerk Rengg wird künftig mit Wasser aus den Quellen in der Rengg versorgt. Diese Quellen werden neu in einer zentralen Sammelbrunnstube oberhalb des Pumpwerks gefasst. Das Pumpwerk beliefert primär die beiden Reservoire Schrot und Obwiden. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung kann bei Engpässen zusätzlich Wasser von der Wasserversorgung Schwändi bezogen werden.
Gesamthaft werden ca. 3’100 Meter Förder- und Versorgungsleitungen verlegt. Gleichzeitig müssen streckenweise Strom-, Telekommunikations- sowie Schmutzwasserleitungen im gemeinsamen Graben verlegt werden.
Das Projekt wurde an der Generalversammlung vom 6. Oktober 2025 beschlossen.
Mit den Bauarbeiten konnte im September 2026 begonnen werden. Das Bauende ist Ende 2027 vorgesehen.
Kosten und Finanzierung
Gemäss aktueller Kostenzusammenstellung sehen die Kosten wie folgt aus:
| Total Kosten Trinkwasserversorgung | Fr. | 1’991’000.-- |
| Hausanschlüsse Wasserversorgung | Fr. | 90’000.-- |
| Löschwasserversorgung | Fr. | 60’000.-- |
| Kanalisationsleitung | Fr. | 173’000.-- |
| Leitungsbau (Telekommunikations- und Stromleitung) | Fr. | 180’000.-- |
| Total Kosten | Fr. | 2’494’000.-- |
Die Finanzierung ist wie folgt vorgesehen:
| Total Kosten | Fr. | 2’494’000.-- |
| ./. Subventionsbeitrag Kanton | Fr. | 551’000.-- |
| ./. Subventionsbeitrag Bund | Fr. | 551’000.-- |
| ./. Beitrag Gemeinde Entlebuch | Fr. | 375’000.-- |
| ./. Beitrag Gebäudeversicherung | Fr. | 352’322.40 |
| ./. Beiträge Genossenschafter und Anstösser (Hausanschlüsse) | Fr. | 90’000.-- |
| Noch zu finanzierende Restkosten | Fr. | 574’677.60 |
Die vorgesehenen Massnahmen sind sowohl zweckmässig als auch dringend erforderlich. Die bestehende Wasserversorgungsinfrastruktur wird umfassend erneuert und ausgebaut. Da auch andere Wasserversorgungen vom Quellüberlauf der Wasserversorgungsgenossenschaft Rengg profitieren, kommt dem Wasserbauprojekt eine übergeordnete Bedeutung für die Wasserversorgung im gesamten Gebiet zu. Ziel des Projektes ist, die Trink- und Löschwasserverhältnisse im gesamten Einzugsgebiet zu verbessern und eine jederzeitige Versorgung mit genügend und qualitativ einwandfreiem Trinkwasser sicherzustellen. Das kann unter anderem durch den Anschluss an die Wasserversorgung Schwändi sowie die Einbindung bestehender Quellen erreicht werden. Gleichzeitig werden Synergien genutzt, indem zusätzliche Werkleitungen im gleichen Perimeter erstellt werden. Das Projekt umfasst umfangreiche Tiefbau-, Leitungsbau- und Betonarbeiten sowie den Neubau bzw. Anpassungen der Trinkwasserreservoiren.
Trinkwasser gehört zu unserer wichtigsten Lebensgrundlage. Eine sichere, qualitativ hochwertige und jederzeit verfügbare Trinkwasserversorgung bildet die Basis für Gesundheit, Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung. Investitionen in die Wasserversorgung sind eine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und den kommenden Generationen.
Wir helfen gerne mit und können Ihnen das Projekt aus den erwähnten Gründen sehr empfehlen.



