Sanierung der Brücke der Land- und Forstwirtschaftsstrasse von Fontana nach Monti di San Carlo
Buseno GR
Die Gemeinde Buseno liegt im vordersten Teil des Calancatales, auf einer kleinen Terrasse, und besteht aus dem Dorf Buseno und dem Ortsteil Molina im Talgrund sowie den Bergsiedlungen Giova und San Carlo. Das Dorf selbst liegt an einem stark bewaldeten Hang, sonn- und rechtsseitig über dem Fluss Calancasca. Die stille, geschlossene und vom Wald dicht umgebene Häusergruppe des Hauptdorfes Buseno ist umgeben von früheren terrassierten Äckern und Feldern. Damals wuchsen Gemüse, Korn und Kartoffeln. Heute wächst meistens nur noch Gras oder das Gebiet verwaldet.
Das ganze Gebiet erstreckt sich beidseits des Tales, auf Höhen von 600 bis 2’300 m.ü.M., in verschiedene steile, felsige, fast ausschliesslich bewaldete Seitentäler, abgelegene Fraktionen und kleine Alpen. Im unteren Teil, in der Ortschaft Molina, befindet sich ein künstlicher See, der durch einen Damm verschlossen ist.
Giova gehörte ursprünglich zur Gemeinde San Vittore und kam 1899 durch eine kantonale Volksabstimmung zu Buseno. Buseno grenzt an Calanca, Castaneda, Grono, Roveredo, San Vittore und Santa Maria in Calanca.
Das Klima ist aufgrund der Alpensüdlage mild und stark von mediterranen Einflüssen mit warmen Sommern geprägt. Üppige Wälder bedecken mehr als die Hälfte des Gemeindegebietes. Kastanienwälder gedeihen in den tieferen Lagen und Laubwälder bis auf 1’000 m.ü.M. Darüber bildet die Lärche den grössten Teil des Baumbestandes.
Der Name Buseno wird wahrscheinlich von Büs, Büsin, auf Italienisch Buco, abgeleitet. Tatsächlich liegt das Dorf in einer Mulde zwischen dem Bach des Val de Mosghé und dem Val de Mascenz.
Die 1483 geweihte Pfarrkirche SS. Pietro e Antonio abate wurde 1776 erweitert und 1990 restauriert. 1548 erhielt das Dorf das Recht der eigenen Pfarrwahl, das bisher das Kapitel San Vittore innehatte. Politisch und ökonomisch wurde Buseno erst 1866, nach der endgültigen Teilung der früher dem ganzen Tale als Markgenossenschaft gehörenden Wälder und Alpweiden, eine selbstständige Gemeinde. Die moderne Kirche Chiesa Madonna di Fatima in Giova wurde 1984 bis 1988 erbaut.
Bevölkerung
| 1960 | 197 Einwohner |
| 1990 | 97 Einwohner |
| 2000 | 110 Einwohner |
| heute | 102 Einwohner |
Altersstruktur
| 0 - 15 Jahre | 4 Personen | 4 % |
| 16 - 65 Jahre | 63 Personen | 62 % |
| über 65 Jahre | 35 Personen | 34 % |
Schulen
| 3 Kindergartenschüler | in Castaneda |
| 0 Primarschüler | in Castaneda |
| 0 Sekundarschüler | in Castaneda |
Gemeindefläche
| Wald | 984 ha |
| Landwirtschaftliche Nutzfläche | 42 ha |
| Siedlungsfläche | 17 ha |
| unproduktiv | 72 ha |
| Total | 1’115 ha |
Buseno liegt auf 752 m.ü.M. und befindet sich in der Bergzone III und hat Sömmerungsgebiete.
| 1 | Landwirtschaftsbetrieb im Haupterwerb |
| 3 | Landwirtschaftsbetriebe im Nebenerwerb |
Die meisten Berufstätigen sind Wegpendler und arbeiten ausserhalb von Buseno bei den Kantonen Graubünden oder Tessin (Strassenunterhalt, SBB, Post, Polizei) oder im Steinbruch in Arvigo oder bei den Kraftwerken.
Vereine
In Buseno gibt es den Jugendverein, der sich für das ganze Tal engagiert. Ebenfalls bieten sich die Turn- und die Fasnachtsgruppe an.
Tourismus
In Buseno spielt der Tourismus praktisch keine Rolle. Der Ort bietet aber Möglichkeiten für verschiedene Wanderungen. Der eine Weg gibt wunderschöne Aus- und Einblicke ins Tal, der andere Weg zieht sich leicht ansteigend durch eine wildromantische, zerklüftete Naturlandschaft mit reicher Flora und Fauna mit mediterranem Charakter. Es gibt in Buseno 74 Ferienhäuser, jedoch weder Ferienwohnungen noch Hotelbetten und Restaurants.
Die finanzielle Situation der Gemeinde
| Nettovermögen pro Kopf 2024 | Fr. | 26’148.83 |
| Steuereinnahmen pro Kopf 2024 | Fr. | 1’917.13 |
| Abschreibungen 2024 | Fr. | 40’969.65 |
| Einnahmenüberschuss 2024 | Fr. | 8’333.49 |
| Finanzausgleichsbeiträge netto 2024 | Fr. | 1’094.35 |
| Besondere Einnahmen (Konzessionen/Wasserzinsanteil) | Fr. | 332’285.71 |
| Steuerfuss | 100 % | |
| Höchster Steuerfuss im Kanton | 120 % | |
| Niedrigster Steuerfuss im Kanton | 30 % |
Direkte Bundessteuer pro Kopf 2022:
| Gemeinde Buseno | Fr. | 546.-- |
| Kanton Graubünden | Fr. | 2’322.-- |
| Schweiz | Fr. | 3’008.-- |
Trotz der kleinen Grösse der Gemeinde ist die finanzielle Lage von Buseno erstaunlich gut. Jedoch hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren sehr wenig investiert. Wegen der sehr geringen Bevölkerungszahl und Steuereinnahmen kann sich die finanzielle Situation bei zukünftig erforderlichen, grösseren Investitionen sehr rasch verschlechtern.
Zum Projekt
Die Erschliessungsstrasse zu den Monti di San Carlo ist für die kleine Gemeinde Buseno von grosser Bedeutung, führt sie doch in deren grösste und fast einzige Landwirtschaftszone. Ohne die Strasse sind die Maiensässe von Buseno her nur in einem einstündigen, beschwerlichen Aufstieg oder von Giova her (ebenfalls zu Fuss) erreichbar. Auch ist sie sehr wichtig für die Forstwirtschaft als Zugang für die Erhaltung der Schutzwälder direkt über Buseno. 1996 - 2001 wurde der erste Teil der neuen Meliorationsstrasse ab Fontana erstellt. 2002 und 2003 wurde der zweite Teil ab der Fraktion Fontanol de Fora zu den Monti di San Carlo auf eine Länge von ca. 3 km gebaut. Das Gefälle der mit Betonbelage versehenen Strasse beträgt durchschnittlich 12 %, und die Fahrbahnbreite 3.5 m. Das letzte, oberste Stück hätte 2004 noch fertiggestellt werden sollen. Im März 2004 - nach Schneeschmelze und Niederschlägen - rutschte ein Teilstück mitsamt der Stützwand bis zum unterliegenden Strassenstück ab und verschüttete dort die darunterliegende Strasse. 2007 wurde der Erdrutsch von 2004 saniert, inkl. Entwässerung. Die Brückenkonstruktion (Lehnenviadukt) wurde aus Beton-Fundamenten auf Mikropfählen, Stahlträgern und Holz erstellt.
Die Erstellung dieser ganzen Strasse sowie die Erdrutschsanierung 2007 ist von der Patenschaft in Etappen finanziell unterstützt worden. Schon 1978 befürwortete Frau Cattani das Projekt im Sinne der Patenschaft.
Der aktuelle Zustand der 2007 erstellten Ersatz-Brücke ist bezüglich der verbauten Holzkonstruktionen in einem schlechten Zustand, verwittert und angefault. Dabei handelt es sich um die obersten zwei Bretterlagen der Fahrbahn, die Querbalken auf den Eisen-Längsträgern sowie die beidseitigen hölzernen Geländer. Deren Sicherheit ist nicht mehr in allen Belangen gewährleistet. Hingegen ist die Sicherheit der Tragkonstruktion aus Stahlträgern und Stützen nach Kontrollen von zwei Ingenieurbüros weiterhin gewährleistet.
Nach Erarbeitung diverser Variantenstudien hat man sich für die folgende Sanierung entschieden:
Die verwitterten Holzkonstruktionen für Fahrbahn und Geländer werden abgebrochen und fachgerecht entsorgt. Die Brücke wird durch eine Metallkonstruktion ersetzt, die auf der intakten bestehenden Tragkonstruktion aufgebaut wird. Sie besteht aus Quer-Stahlträgern, die auf den bestehenden Stahl-Längsträgern fixiert werden. Direkt darauf befestigt wird die Fahrbahn aus geprägtem Buckel-Stahlblech. Die beidseitigen Geländer werden 1 m hoch. Ebenfalls werden Leitplanken des Typs A erstellt.
Die Sanierung und der entsprechende Kredit wurden an der Gemeindeversammlung vom 11. August 2025 beschlossen. Es ist vorgesehen, im Herbst 2026 mit den Arbeiten zu beginnen. Die Arbeiten werden rund 1 bis 2 Monate dauern.
Kosten und Finanzierung
Die Kosten setzen sich gemäss Kostenvoranschlag wie folgt zusammen:
| Abbruch, Ersatz-Metallkonstruktion | Fr. | 151’955.-- |
| Geologe, Terrainkontrollen | Fr. | 3’000.-- |
| Projekt und Bauleitung | Fr. | 5’500.-- |
| Administration und Bewilligungen | Fr. | 2’000.-- |
| Signalisationen | Fr. | 2’000.-- |
| Unvorhergesehenes | Fr. | 6’940.65 |
| MwSt. | Fr. | 13’604.35 |
| Gesamtkosten | Fr. | 185’000.-- |
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
| Gesamtkosten | Fr. | 185’000.-- |
| ./. Subvention Kanton 65 %* | Fr. | 120’250.-- |
| Noch zu finanzierender Restbetrag | Fr. | 64’750.-- |
* Es wurde einen Kantonsbeitrag von 65 % in Aussicht gestellt. Die definitive Zusicherung liegt jedoch noch nicht vor.
Die vorgesehenen Ersatzmassnahmen aus Metall sind zwar kostspielig, ergeben aber eine wesentliche Verlängerung der Lebensdauer und eine Verbesserung der Verkehrssicherheit. Der sichere Zugang zu den Landwirtschaftszonen bzw. den Alpen sowie zu den Schutzwäldern ist für Buseno unerlässlich.
Jeder finanzielle Beitrag ist willkommen, deshalb möchten wir Ihnen das Projekt sehr ans Herz legen.
Bis heute konnten wir Spenden von Fr. 3’700.-- für dieses Projekt entgegennehmen.





