Zu Besuch in Isenthal UR
Am Freitag, 12. Juni 2026, besuchten 45 private Gönnerinnen und Gönner sowie Vertreterinnen und Vertreter von Stiftungen, Gemeinden und Firmen die Gemeinde Isenthal hoch über dem Urnersee. Vor Ort präsentierten Jung und Alt, wie sie ihre Aufgaben lösen und wie die Spendengelder der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden eingesetzt werden.
Die Gemeinde Isenthal liegt gut versteckt über dem Südufer des Urnersees. Die Zufahrt ist nur über eine schmale Bergstrasse möglich. Hat man diese geschafft, öffnet sich ein malerisches Bergtal mit dem Dorf Isenthal und zahlreichen Weilern. Hier finden die gut 450 Einwohnerinnen und Einwohner alles, was es zum Leben braucht: Schul- und Gemeindeverwaltung, Dorfladen, Restaurant, Gewerbe, schmucke Wohnhäuser und einen Sportplatz. Für Gäste ist Isenthal ein Geheimtipp: In nur gut eineinhalb Stunden mit Zug und Postauto erreicht man ab Zürich einen Ort der Ruhe und der Natur. Der Name Isenthal leitet sich ab aus «hinter der Insel». Gemeint ist die Halbinsel Isleten, die durch die Ablagerungen des Isentalerbachs entstand. Wohl einzigartig ist die Tatsache, dass Isenthal einen Badestrand – an besagter Halbinsel – und einen Gletscher – am Urirotstock auf fast 3000 m.ü.M. – hat.
Vorstandsmitglied André Blattmann übernahm die Moderation und führte die Gruppe durch den Tag. Am Dorfeingang beim Forstbetrieb wartete die Familienkapelle Hermiseggler, mit Jessica, Lara und Oskar Bissig, mit einer musikalischen Einlage auf. Unser Vizepräsident, alt Ständerat Dr. Hermann Bürgi, begrüsste sodann die Gäste, darunter den Regierungsrat des Kantons Uri, Hermann Epp, die Isenthaler Gemeindepräsidentin Andrea Gisler und die stattliche Delegation von Gemeinde und Kanton Uri. Er erinnerte daran, dass solche Besuche es den Gönnerinnen und Gönnern ermöglichen, zu sehen, was ihre Spenden bewirken und zu hören, welche Bedürfnisse bestehen. Er dankte für die enorme Solidarität der Gönnerinnen und Gönner für die Bergbevölkerung und dafür, dass wir diesen Tag in Isenthal verbringen dürften.
Andrea Gisler stellte dann ihre Gemeinde kurz vor. Die einzigartige Bergwelt prägt den Alltag, die Traditionen und die oft strenge Arbeit vieler Menschen. Sie betonte, wie wichtig der Erhalt von Arbeitsplätzen in der Gemeinde, aber auch die gute Erreichbarkeit ist. Nicht nur für zahlreiche Erwerbstätige, sondern auch für die Schüler der Oberstufe ist die Verbindung ins Tal existenziell. «Dank der Hilfe der Gönnerinnen und Gönner eröffnen sich neue Perspektiven für die unsere Zukunft», schloss sie.
Der Urner Regierungsrat Hermann Epp dankte allen Anwesenden für die grosse Unterstützung der vielen Projekte, die erfolgreich realisiert werden konnten. «Wir haben Visionen und Projekte, denn wir wollen hierbleiben. Für die Ausführung sind aber auf Ihre Solidarität angewiesen. Ich hoffe, wir können Sie davon überzeugen, was hier geschieht.»
Dann begannen die Augen all derer zu leuchten, die sich für grosse Maschinen begeistern. Der Förster Andreas Arnold stellte den neuen Forsttraktor mit Frontlader vor. Mithilfe von Spendengeldern konnte die Korporationsbürgergemeinde den Traktor Anfang 2025 anschaffen. Im Forstmagazin – auch dafür konnten wir einen finanziellen Beitrag leisten – zeigte er dann auf, wie vielfältig der Traktor zum Einsatz kommt: Nebst den Arbeiten im Wald sind acht Mitarbeiter für den Winterdienst, den Strassenunterhalt, den Schnitzeltransport zuständig, aber auch nach Unwetterereignissen oder für den Landschaftsschutz oder die Aufwertung von Waldrändern stehen sie im Einsatz. Der Forstbetrieb ist zudem auch ein Ausbildungsbetrieb und bildet regelmässig Lernende aus. Stolz zeigte er zum Schluss ein Foto des Alpenbocks, eines der seltensten Käfer der Schweiz, der dank Fördermassnahmen in Isenthal wieder heimisch ist.
Nächste Station war das Schulhaus mit Mehrzweckhalle. Hier empfingen die Schulkinder der Basisstufe 1 und 2 unter der Leitung von Valentina Jauch die Gesellschaft mit dem Volkslied «Zoge am Boge de Landamme tanzed». Zum Mittagessen gab es einen beliebten Klassiker: Salat und Älplermagronen. Die Schulkinder servierten das Essen selbst an den blumengeschmückten Tischen.
Währenddessen hatten Isenthaler Frauen vor dem Schulhaus einen kleinen Markt aufgebaut und boten feine heimische Produkte an, die auf grosses Interesse stiessen. Schlag auf Schlag folgten die nächsten Programmpunkte: Besichtigung Schulhaus und Dorfrundgang.
Nadja Diener präsentierte die Räumlichkeiten der Schule Isenthal und erläuterte eindrücklich, wie altersdurchmischtes Lernen und verantwortungsvolles Handeln die Kinder auf das spätere Leben vorbereitet. Dank der grosszügigen Schulinfrastruktur sei es möglich, neben der Stoffvermittlung auch die Gemeinschaft zu fördern. Zurzeit besuchen 42 Kinder die Basis- und Mittelstufe vom Kindergarten bis zur 6. Klasse in der Schule Isenthal. Die Oberstufe hingegen findet im Kreisschulhaus in Seedorf statt.
Der Urirotstock-Hotelier Ruedi Bissig empfing die Besucher zum Dorfrundgang. Zuerst gab er einen kurzen Überblick über Geschichte und Wirtschaft von Isenthal. Rund 40 Landwirtschaftsbetriebe sind auf das weitläufige Gebiet verstreut, der Forstbetrieb und einige holzverarbeitende Gewerbe, die Hotellerie und die Verwaltung schaffen Arbeitsplätze im Ort. Dann präsentierte er auf dem Rundgang die Häuser und die speziellen Geschichten des Dorfes.
Natürlich durfte der Besuch der Pfarrkirche St. Theodul und Agatha nicht fehlen. Nach der weiteren musikalischen Einlage der Familienkapelle Hermiseggler führte der Sakristan Bruno Imholz durch die lange Geschichte. Die erste Kirche wurde 1409 geweiht, nach Um- und Neubauten konnte 1821 die heutige Kirche mit den eindrücklichen Malereien geweiht werden. Über die Jahrhunderte kam auch der Kirchenschmuck mit einer ausserordentlich wertvollen Monstranz zusammen. Bruno Imholz ist es zu verdanken, dass sich die erste Gründungsurkunde im Besitz der Isenthaler Kirche befindet.
Nach den vielen sympathischen Begegnungen hiess es dann Abschied nehmen. Die Gemeindepräsidentin entliess zusammen mit unserem Vorstandsmitglied André Blattmann die Gönnerinnen und Gönner ins Unterland: «Ich wünsche, dass ihr den Tag in bester Erinnerung behaltet.» Das wird gewiss so sein – und wie anfangs erwähnt: Isenthal ist zwar abgelegen, aber gar nicht so weit entfernt.
































































