Besuch von Regierungrat Ernst Stocker in Blatten
Regierungsrat Ernst Stocker hat Mitte September die Gemeinde Blatten im Walliser Lötschental besucht. Er zeigte sich tief beeindruckt vom Ausmass des verheerenden Bergsturzes und von der Art, wie der Gemeinderat von Blatten die Herausforderungen angeht.
Ein Bagger bricht ein Stück Hauswand heraus, ein Kipper piepst im Rückwärtsgang, und aus einer Staubwolke taucht ein gelber Dumper auf: Der Schuttkegel in Blatten ist jetzt ein riesiges Baufeld. Es gehe zu und her wie auf einem «Ameisenhaufen», sagte der Gemeindepräsident Matthias Bellwald beim Besuch. Er führte Regierungsrat Ernst Stocker und die Delegationen der Finanzdirektion und des Vereins Schweizer Patenschaft für Berggemeinden durch die Sperrzone, die nach dem verheerenden Bergsturz im Mai 2025 verhängt worden war.
Bellwald informierte vor Ort über den Stand des Wiederaufbaus. Derzeit werden die letzten Häuser, die teils metertief im angestauten See standen, zurückgebaut. Gleichzeitig sind drei Abschnitte der neuen Kantonsstrasse im Bau, und demnächst erhalten sechs ausgewählte Planerteams den Auftrag, Bebauungspläne für das neue Dorf zu entwerfen. Vorgesehen ist ein neuer Dorfkern, der oberhalb des alten Standorts zu liegen kommen soll, und die Erweiterung dreier Weiler. Wiederhergestellt sind Wasser- und Stromversorgung für die noch intakten Liegenschaften, die wie jene in den unversehrten Weilern Eisten, Weissenried und im verschonten Teilen Blattens teilweise auch wieder bewohnt werden.
«2029 gehen wir zurück», sagte Bellwald. Derzeit leben die rund 300 Einwohnerinnen und Einwohner verstreut über das Lötschental hinaus bis nach Basel. Für finanzielle Unterstützung können sie sich an den Gemeinderat wenden. Er reicht sie über eine elektronische Plattform an die Spendenkommission weiter, die sich aus Persönlichkeiten aus dem ganzen Wallis zusammensetzt. Rund 27 Millionen Franken sind über Glückskette, Caritas und Rotes Kreuz gesammelt worden. Darunter war auch der Soforthilfebeitrag des Kantons Zürich aus dem Gemeinnützigen Fonds. Die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden kann für Blatten über 11 Millionen Franken zur Verfügung stellen.
«Wir sind zu grossem Dank für die Unterstützung und Solidarität verpflichtet, die wir nach der Katastrophe entgegennehmen durften», sagte Bellwald. Man sei sich sehr bewusst, dass ein Wiederaufbau nur mit Hilfe von Bund, Kantonen, Hilfswerken und Privaten möglich sei.
Finanzdirektor Ernst Stocker zeigte sich tief beeindruckt – von der Wucht des 2,3 Kilometer langen Schuttkegels wie von den Herausforderungen. Er würdigte die «fast übermenschliche Leistung, die der Gemeinderat im Milizamt erbringt, und die Art, wie Ihr die Menschen mitnehmt.» Der Besuch sei eine Bestätigung, «dass die Beiträge an die Inlandhilfe sinnvoll und gezielt verwendet werden».







