Schulhausneubau in Courrendlin
Courrendlin JU
Die heutige politische Gemeinde Courrendlin entstand am 1. Januar 2019 aus der Fusion von Courrendlin, Vellerat und Rebeuvelier. Courrendlin liegt auf 436 m.ü.M., 4 km südöstlich des Kantonshauptortes Delémont. Das Haufendorf erstreckt sich beidseits der Birs, an deren Ausgang aus der Klus von Choindez, am Südrand des Delsberger Beckens, einer breiten Senke im Faltenjura. Das Gemeindegebiet umfasst im nördlichen Teil die landwirtschaftlich intensiv genutzte Ebene «Plaine de vie». Richtung Süden gelangt man ins Zentrum des Gemeindegebietes, in die Schlucht von Choindez, eine typische, von der Birs herausgearbeitete Juraklus mit markanten Felswänden, die zum System der Gorges de Moutier gehört. Die Schlucht wird im Osten von den Rochers du Midi auf dem Montchemin, im Westen von einem steilen, dicht bewaldeten Berg der Forêt de la Cendre (bis 1’000 m.ü.M.) flankiert. Ganz im Süden reicht das Gemeindegebiet bis zur senkrecht aufragenden Kalkrippe der Roche Saint-Jean.
Aus dem Zentrum Choindez gelangt man Richtung Osten auf das sonnige Hochplateau mit dem Dorf Rebeuvelier, 664 m.ü.M., welches am Fuss des Mont Raimeux liegt, der mit 1’302 m.ü.M. der höchste Berg des Kantons Jura ist. Vellerat liegt auf 666 m.ü.M westlich von Choindez. Es ist mit knapp 2.1 km2 die kleinste der drei ursprünglichen Gemeinden.
Die Birs fliesst von Tavannes kommend durch die Gemeinde Richtung Delémont, also von Süden nach Norden und sorgte in jüngster Zeit wiederholt für heftige Überschwemmungen in Courrendlin.
Die drei ursprünglichen Gemeinden blicken auf eine wechselhafte Geschichte zurück, welche bis ins 20. Jahrhundert bewegt geblieben ist: Während Rebeveulier seit 1271 zum Fürstbistum Basel gehörte, waren Courrendlin und Vellerat Teil der Probstei Moutier-Grandval. Alle drei Dörfer waren von 1793/97 bis 1815 im Besitz von Frankreich, gingen mit Entscheid des Wiener Kongresses 1815 an die Eigenossenschaft und wurden Teil des Amtsbezirkes Moutier im Kanton Bern.
Am 1. Januar 1979, mit der Gründung des Kantons Jura, wurden Courrendlin und Rebeuvelier eigenständige Gemeinden im Bezirk Delémont. Vellerat verblieb vorerst beim Kanton Bern. Nach der Eidgenössischen Volksabstimmung vom 10. März 1996 wurde auch für Vellerat der Kantonswechsel zum Kantons Jura am 1. Juli 1996 vollzogen.
Bevölkerung
| 1930 | 2’150 Einwohner |
| 1960 | 2’418 Einwohner |
| 1980 | 2’466 Einwohner |
| 1990 | 2’474 Einwohner |
| 2000 | 2’468 Einwohner |
| Heute | 3’631 Einwohner |
Altersstruktur
| 0 - 15 Jahre | 696 Personen | 19 % |
| 16 - 65 Jahre | 2’341 Personen | 65 % |
| über 65 Jahre | 594 Personen | 16 % |
Schulen
| 95 Kindergartenschüler | in Courrendlin |
| 365 Primarschüler | in Rebeuvelier und Courrendlin |
| 131 Oberstufenschüler | in Courrendlin |
| 17 Mittelschüler | in Porrentruy |
Gemeindefläche
| Wald | 977 ha |
| Landwirtschaftliche Nutzfläche | 939 ha |
| Siedlungsfläche | 220 ha |
| Unproduktiv | 18 ha |
| Total | 2’154 ha |
Courrendlin liegt auf 436 m.ü.M., Rebeuvelier auf 664 m.ü.M. und Vellerat auf 666 m.ü.M. Die Ortschaften befinden sich in der Hügelzone und in den Bergzonen I und II.
Erwerbsstruktur
| 16 | Landwirtschaftsbetriebe im Haupterwerb |
| 4 | Landwirtschaftsbetriebe im Nebenerwerb |
| 2 | Forstwirtschaft |
| 65 | Handwerk und Industrie |
| 83 | Dienstleistungssektor |
In der Klus von Choindez befindet sich das Industriegebiet der Firma von Roll. Allerdings verblieben nur noch wenige der früher 600 Arbeitsplätze.
Vereine
In 41 Vereinen kann sich die Bevölkerung aktiv beteiligen. Dazu gehören verschiedene Sportvereine und -clubs, Musikvereine usw.
Tourismus
Die Gegend rund um Courrendlin ist ideal zum Wandern oder für Radtouren. Von den umliegenden Gipfeln hat man die besten Aussichten auf die Region. Mit seiner idyllischen Lage am Fusse des Juras bietet Courrendlin nicht nur eine atemberaubende Landschaft, sondern es gibt auch zahlreiche interessante Ausflugsziele. Eines der Highlights ist die Schlucht von Pichoux. Ebenso ist die Burg Choindez ein historisches Juwel und lädt zu spannenden Erkundungstouren ein.
Courrendlin ist mit 6 Restaurants, einem Ferienhaus und ohne Hotelbetten eine ruhige Gegend.
Die finanzielle Situation der Gemeinde Courrendlin
| Nettoverschuldung pro Kopf 2023 | Fr. | 3’949.10 |
| Steuereinnahmen pro Kopf 2023 | Fr. | 2’588.74 |
| Ertragsüberschuss 2023 | Fr. | 33’918.50 |
| Finanzausgleichsbeiträge 2023 | Fr. | 1’071’496.-- |
| Abschreibungen 2023 | Fr. | 1’173’445.40 |
| Steuerfuss 2023 | 2.25 | |
| Höchstmöglicher Steuerfuss im Kanton Jura | 2.35 | |
| Tiefster Steuerfuss im Kanton Jura | 1.40 |
Direkte Bundessteuer pro Kopf 2021:
| Gemeinde Courrendlin | Fr. | 741.-- |
| Kanton Jura | Fr. | 862.-- |
| Schweiz | Fr. | 2’170.-- |
Zum Projekt
Nach der Gemeindefusion von Courrendlin, Rebeuvelier und Vellerat wurde ein Gesamtkonzept für das Schulzentrum erarbeitet. Die Primarschule in Rebeuvelier mit der im Jahr 2018 erstellen, neuen Mehrzweckhalle soll beibehalten werden. In Rebeuvelier werden zwei Mehrstufenklassen mit 30 Schüler unterrichtet.
Das neue Schulzentrum in Courrendlin besteht aus dem bestehenden Primarschulgebäude, dem neuen Primarschulhaus, das im vergangenen Jahr neu erstellt wurde, und dem Sekundarschulhaus, das ebenfalls in den letzten Jahren renoviert worden ist. Im bestehenden Primarschulhaus werden zwei Kindergarten- und zwei Primarklassen unterrichtet. In diesem Gebäude befinden sich auch das Sanitätszimmer, das Sekretariat und die Räume für die Schulleitung.
Beim vorliegenden Projekt wird das vierte Gebäude für das Schulzentrum in Courrendlin erstellt. Darin werden fünf Räume für die Kindergartenklassen sowie die nötigen Räumlichkeiten für die Schülerbetreuung mit Küche, Essraum, Aufgaben-Zimmer, Spielzimmer, Lehrerzimmer und Nebenräumen entstehen. Die Schulräume können für die Kindergarten- und Primarstufe als Klassenzimmer genutzt werden. Bisher wurden einige Kindergartenklassen im Alterszentrum untergebracht. Sobald der Neubau steht, können sie ins neue Gebäude umziehen.
Das Gebäude mit einer Länge von 24,7 m und einer Breite von 24,7 m sowie einer Höhe von 9,5 m wird sich mit seinen zwei Geschossen in das bestehende Dorfbild einfügen.
Im Erdgeschoss werden Räumlichkeiten für die Betreuung inkl. Schulmensa entstehen, im Obergeschoss werden sich die Unterrichtsräume befinden. Dabei muss der Zugang zum Gebäude und zu den Räumen so gestaltet werden, dass die Nutzung für Personen mit eingeschränkter Mobilität gewährleistet ist. Die Grundfläche der Unterrichtsräume werden mit 88 m² etwas grosszügiger gestaltet, als die gesetzlich vorgeschriebene Grundfläche von ca. 75 m². Zudem müssen die Schul- und Kindergartenklassen pro Klassenraum über einen Nebenraum verfügen, der eine Grundfläche von ca. 16 m² aufweist.
Die Arbeiten umfassen den Abriss der alten Hauswirtschaftsschule, den Bau des neuen Gebäudes, die Neugestaltung des Innenhofes und die Renovation des Spielplatzes, die zukünftig einen direkten und sicheren Zugang vom Gebäudeinnern haben werden.
Dem Projekt hat die Gemeinde am 19. November 2023 zugestimmt und den Kredit genehmigt.
Ende April 2025 konnten die Arbeiten in Angriff genommen werden. Das Bauende ist auf August 2026 geplant.
Kosten und Finanzierung
Gemäss Kostenzusammenstellung sehen die Kosten wie folgt aus:
| Vorbereitungsarbeiten | Fr. | 163’302.-- | ||
| Aushub | Fr. | 64’805.-- | ||
| Maurerarbeiten | Fr. | 806’278.-- | ||
| Holzbau | Fr. | 301’064.-- | ||
| Vorfabrizierte Elemente | Fr. | 47’742.-- | ||
| Fenster und Aussentüren | Fr. | 185’557.-- | ||
| Dachkonstruktion | Fr. | 166’250.-- | ||
| Abdichtung / Spezialisolierung | Fr. | 4’015.-- | ||
| Behandlung der Ausserflächen | Fr. | 20’074.-- | ||
| Schliesssystem und Sonnenschutz | Fr. | 23’402.-- | ||
| Elektroinstallationen | Fr. | 406’423.-- | ||
| Heizung-Lüftung-Klima | Fr. | 167’911.-- | ||
| Sanitärinstallationen | Fr. | 123’678.-- | ||
| Lift | Fr. | 31’216.-- | ||
| Innenausbau I (u.a. Gipser, Schreiner) | Fr. | 318’117.-- | ||
| Innenausbau II (u.a. Böden, Decken) | Fr. | 359’380.-- | ||
| Gebäude | Fr. | 3’025’912.-- | ||
| Architekt | Fr. | 396’652.-- | ||
| Bauingenieur | Fr. | 50’478.-- | ||
| Elektroingenieur | Fr. | 48’957.-- | ||
| Ingenieur für Heizung / Klima | Fr. | 33’580.-- | ||
| Sonstige (u.a. Geometer und Statiker) | Fr. | 32’649.-- | ||
| Honorare | Fr. | 562’316.-- | ||
| Betriebseinrichtung | Fr. | 113’620.-- | ||
| Aussengestaltung | Fr. | 642’269.-- | ||
| Bewilligungen und Anschlussgebühren | Fr. | 159’358.-- | ||
| Reserve | Fr. | 261’247.-- | ||
| Möblierung | Fr. | 100’371.-- | ||
| Gesamtkosten | Fr. | 5’028’395.-- |
Die Finanzierung sieht folgendermassen aus:
| Gesamtkosten | Fr. | 5’028’395.-- |
| ./. Subvention Kanton | Fr. | 595’852.95 |
| Restkosten | Fr. | 4’432’542.05 |
Aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen in Courrendlin ist das weitere Gebäude notwendig. Mit dem Neubau kann die Gemeinde auch den Kindergartenschülern zukünftig die nötige Infrastruktur bieten. Die Einrichtungen für den Mittagstisch und die Schülerbetreuung entsprechen den heutigen Bedürfnissen und Anforderungen. Ebenfalls bieten die neuen Kindergartenräume die notwendige Flexibilität bei veränderten Schülerzahlen.
Das neue Schulzentrum ist ein bedeutendes Projekt für Courrendlin, welches die bestehende Infrastruktur verbessern und gerade den Jüngsten ein modernes Lernumfeld ermöglicht. Die Einwohnerinnen und die Behörden möchten den Dorfkindern eine motivierende und zeitgemässe Infrastruktur zur Verfügung stellen.
Kindergarten und Schule sind von zentraler Bedeutung für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung, da sie Wissen vermitteln, soziale Kompetenzen fördern und die Chancenungleichheit verringern. Den Kindern werden nicht nur grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt. Auch soziale Kompetenzen wie das Lernen in Gruppen, Konfliktlösung und die Übernahme von Verantwortung werden gefördert. Diese Kompetenzen sind für das spätere Leben wichtig.
Das Vorhaben bedeutet für die Gemeinde eine grosse finanzielle Herausforderung. Zudem stehen auch sehr hohe Investitionen in den Hochwasserschutz an.
Wir möchten Ihnen deshalb eine Unterstützung dieses Projektes sehr ans Herz legen.
Für dieses Projekt konnten wir bis heute Spenden in der Höhe von Fr. 152’000.-- entgegennehmen.








