Sanierung Güterstrasse Sidemoos/Steiglen
Escholzmatt-Marbach LU
Escholzmatt-Marbach ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern. Die Gemeinde entstand am 1. Januar 2013 aus den Gemeinden Escholzmatt und Marbach und liegt zwischen Schüpfheim und Schangnau, auf der Wasserscheide zwischen Kleiner und Grosser Emme. Im obersten Teil der UNESCO Biosphäre im Entlebuch liegend, verbindet sie das Luzernbiet mit dem bernischen Emmental. Sie reicht von den südlichen Napfausläufern hinüber zur Schrattenfluh auf 2’091 m.ü.M. Im Entlebucher Haupttal erstreckt sie sich oberhalb von Schüpfheim bis hin zum Weiler Dürrenbach an der Berner Kantonsgrenze. Die Ortskerne der beiden Ortsteile Escholzmatt und Marbach sind national geschützt. Escholzmatt-Marbach weist seit 1850 stetig steigende Bevölkerungszahlen auf.
Die Besiedlung des Amtes Entlebuch erfolgte im Vergleich zu anderen Regionen verhältnismässig spät. Der Ortsname Escholzmatt ist urkundlich erstmals 1160 als «Askolvismatten» erwähnt. Das Gemeindewappen von Escholzmatt mit dem Turm auf dem grünen Dreiberg erinnert an die ehemals habsburgische Herrschaft, die sich auf zwei Burgfesten auf dem Hinderchnubel stützte.
Ca. im Jahr 1290 geriet Marbach - damals Marpach - unter die Herrschaft der Habsburger, während es vorher im Besitz der Freiherren von Wolhusen gewesen war. Marbach, Escholzmatt und Trub gehörten zum Landgericht Ranflüh. Da die Stadt Bern im Jahr 1408 die Gerichtsbarkeit über das Landgericht Ranflüh erworben hatte, pochten sowohl Luzern wie Bern auf ihr Besitzrecht an Marbach. Beide Städte legten ihren Streit erst mit dem Vertrag der Völligen Richtung im Jahr 1470 bei. Trub fiel an Bern – Escholzmatt und Marbach ans Entlebuch und somit an Luzern. Bis 1798 bildeten die letzteren Gemeinden das sogenannte obere Entlebuch. Von 1798 bis 1803 gehörte die Gemeinde zum Distrikt Schüpfheim, seither zum damals neu geschaffenen Amt Entlebuch.
Ein wichtiger Schritt in die Zukunft war das Fusionsprojekt «Mitenand», welches im Jahr 2009 gestartet wurde. In einer breit abgestützten Klärungsphase wurde in mehreren Teilprojekten geprüft, was eine Fusion in den verschiedenen Bereichen bringen würde. Die Gemeinderäte definierten die klare Absicht der Stärkung von Escholzmatt und Marbach durch eine pragmatische Verwaltungs-, Schul- und Behördenreform, die Gewährleistung eines umfassenden Verwaltungsangebotes, die Sicherung und den Erhalt der Schulen sowie einen zeitgleichen Vollzug von Reformen und die gegenseitige Abstimmung von neuen Systemen. Auf den 1. Januar 2013 wurde die Fusion erfolgreich vollzogen.
Bevölkerung
| 1960 | 4’604 Einwohner |
| 1980 | 4’193 Einwohner |
| 2000 | 4’404 Einwohner |
| Heute | 4’577 Einwohner |
Altersstruktur
| 0 - 15 Jahre | 752 Personen | 17 % |
| 16 - 65 Jahre | 2’848 Personen | 62 % |
| über 65 Jahre | 977 Personen | 21 % |
Schulen
| 48 Kindergartenschüler | in Escholzmatt, Marbach, Wiggen |
| 285 Primarschüler | in Escholzmatt, Marbach, Wiggen |
| 112 Real- und Sekundarschüler | in Escholzmatt |
| 13 Mittelschüler | in Schüpfheim, Biel, Luzern, Willisau, Langnau im Emmental |
Gemeindefläche
| Wald | 4’925 ha |
| Landwirtschaftliche Nutzfläche | 5’030 ha |
| Siedlungsfläche | 331 ha |
| Unproduktiv | 348 ha |
| Total | 10’634 ha |
Die Ortschaft Escholzmatt liegt auf 851 m.ü.M. und Marbach auf 871 m.ü.M. Das Gebiet befindet sich in den Bergzonen I bis V und hat Sömmerungsgebiete.
Erwerbsstruktur
| 262 | Landwirtschaftsbetriebe im Haupt- und Nebenerwerb |
| 66 | Handwerks- und Industriebetriebe |
| 176 | Betriebe im Dienstleistungssektor |
Escholzmatt-Marbach ist noch immer stark bäuerlich geprägt. Viele Personen arbeiten in diesem Sektor. Im Vordergrund steht die Milch- und Fleischproduktion. Viele Landwirte gehen ausserdem einer Nebenbeschäftigung nach.
Ausgesprochen breit und vielfältig ist das Gewerbe: Dem Gewerbeverein Escholzmatt-Marbach sind rund 110 Betriebe angeschlossen. Viele von ihnen sind direkt oder indirekt mit der Land- und Forstwirtschaft verbunden, unter anderem zahlreiche holzverarbeitenden Betriebe oder die Bergkäserei Marbach, die jährlich rund 12 Millionen Liter Milch zu etwa 1’000 Tonnen Käsereiprodukte verarbeitet. Eine herausragende Stellung nehmen zwei Industriebetriebe ein: Die B. Braun Medical AG und die Elektrisola Feindraht AG sind Teil internationaler Konzerne und beschäftigen insgesamt über 400 Personen.
Knapp 30 Prozent der Angestellten arbeiten im Dienstleistungssektor. Die Schulen und das Alters- und Pflegeheim Sunnematte bieten viele Arbeitsplätze. Eine tragende Rolle spielt auch der Tourismus, vorab mit den Sportbahnen Marbachegg AG.
Vereine
Die insgesamt 80 Vereine, wie zum Beispiel die Musikgesellschaft, der Schützenverein usw. tragen zur Erhaltung eines intakten Gemeindelebens bei.
Tourismus
Escholzmatt und Marbach bieten eine Vielzahl von touristischen Angeboten das ganze Jahr über. Mit den Sportbahnen Marbachegg ist man schnell mitten in der wunderschönen Landschaft, wo im Sommer unter anderem ein guterschlossenes Wanderwegnetz lockt. Im Winter können die Gäste auf den Pisten rasante Abfahrten geniessen, Skispringen oder Gleitschirmfliegen und vieles mehr.
Kulturell interessierte Leute kommen in den national geschützten Ortsteilen von Escholzmatt und Marbach auf Ihre Rechnung. Ebenfalls liegen ganz oder teilweise vier Moorlandschaften von nationaler Bedeutung direkt vor der Haustüre.
Insgesamt stehen 4 Hotels mit 135 Hotelbetten, 5 Ferienhäuser und 16 Ferienwohnungen sowie 4 Gruppenunterkünfte bereit. Für das leibliche Wohl sorgen 11 Restaurants.
Die finanzielle Lage der Gemeinde Escholzmatt-Marbach
| Nettovermögen pro Kopf 2024 | Fr. | 1’714.37 |
| Steuereinnahmen pro Kopf 2024 | Fr. | 2’256.39 |
| Einnahmenüberschuss 2024 | Fr. | 1’380’622.80 |
| Abschreibungen 2024 | Fr. | 1’775’891.-- |
| Finanzausgleichsbeitrag 2024 | Fr. | 9’045’543.-- |
| Besondere Einnahmen (Konzessionen) | Fr. | 230’587.80 |
| Gemeindesteuerfuss | 2.0 % | |
| Höchster Steuerfuss im Kanton | 2.4 % | |
| Tiefster Steuerfuss im Kanton | 0.9 % |
Direkte Bundessteuer pro Kopf 2021:
| Gemeinde Escholzmatt-Marbach | Fr. | 551.-- |
| Kanton Luzern | Fr. | 1’794.-- |
| Schweiz | Fr. | 2’170.-- |
Strassengenossenschaft Steiglen
Die Strassengenossenschaft Steiglen ist eine öffentlich-rechtliche Genossenschaft mit dem Zweck des Baus und Erhalts der Güterstrasse und ist Eigentümerin der Strassen. Sie hat 102 Mitglieder, deren Grundstücke durch die Strasse gemäss Plan erschlossen sind. Die benötigten Mittel verschafft sich die Genossenschaft durch Beitragsraten, abgestuft nach Perimetergrösse der Grundstücke.
Finanzielle Lage der Strassengenossenschaft Steiglen
| Perimeter- und Jahresbeiträge | Fr. | 55’218.-- |
| Gemeindebeitrag | Fr. | 21’993.-- |
| Ausgaben | Fr. | 63’949.55 |
| Einnahmenüberschuss | Fr. | 13’261.45 |
| Flüssige Mittel | Fr. | 35’566.-- |
Zum Projekt
Die Güterstrassen Sidemoos und Steiglen erschliessen im Wesentlichen 7 Landwirtschaftsbetriebe mit einem Viehbestand von rund 174 Grossvieheinheiten und 8 Alpbetriebe mit 240 Normalstössen, zwischen Sidenmoos und Ober Lochsitli. Das Beizugsgebiet umfasst rund 275 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, 322 ha Sömmerungsgebiet und rund 105 ha Waldfläche.
Die Steiglenstrasse erschliesst Landwirtschaftsbetriebe sowie Alpgebiete und Waldflächen. Sie ist die einzige lastwagentaugliche Zufahrt für eine effiziente Bewirtschaftung und den Unterhalt des Schutzwaldes und vom übrigen Wald. Ursprünglich als unbefestigte Naturstrasse erstellt, wurde sie im Jahr 1991 mit einem Belag versehen und später im Jahr 2003 verstärkt und mit einem neuen Belag abgedeckt. Mit einem Gefälle von 8 - 12 % ist die Strasse abschnittsweise steil. Im Bereich der Moorschutzfläche wurde kein Asphaltbelag, sondern eine Kalk-Wassergebundene Kiesverschleissschicht eingebaut.
Auch die Sidenmoosstrasse erschliesst mehrere Landwirtschaftsbetriebe, ein Reservoir sowie Waldflächen. 1993 wurde die ursprünglich unbefestigte Naturstrasse mit einem Asphaltbelag versehen.
Die Güterstrassen sind durch Alters- und Witterungseinflüsse und einem generell zu schwachem Aufbau in einem schlechten Zustand, weisen teils erhebliche Mängel auf und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Seit dem Einbau der Beläge erfolgten keine Sanierungen.
Die Belagsoberfläche der Strassen ist stark ausgemagert, weist Spurrinnen, Längs- und Netzrisse, Unebenheiten, abgedrückte Belagsränder und Frostschäden auf. Durch permanente Rutschungen bzw. durch sogenanntes Hangkriechen weist die Steiglenstrasse zudem teils starke Absenkungen und Verformungen auf. Im Abschnitt Nesslebode-Ghack ist die Bergseitige Felsböschung erodiert und es sind Steinschlagschäden auf der Strasse anzutreffen, da vor allem während der Frost- und Tauperiode Steinschlaggefahr besteht. Die bergseitigen vorstehenden Felsrippen im kurvenreichen Strassenabschnitt beeinträchtigen die Sichtverhältnisse und die Verkehrssicherheit stark. Örtlich sind deswegen kaum Bankette mehr vorhanden.
Die Strassenentwässerung ist teilweise nicht mehr funktionstüchtig oder streckenweise nicht vorhanden, die Sickerleitungen sind abschnittsweise verschlammt. Auch die Ein- und Ausläufe bei den Durchlässen sind teilweise defekt, es sind zahlreiche Senkungen und Verschiebungen der Leitungen vorhanden. Zum Teil ist der bauliche Zustand sehr schlecht.
Aus den erwähnten Gründen hat die Strassengenossenschaft beschlossen, die Steiglen- und Siedemoosstrasse zu sanieren. Die Strassenabschnitte bei der Steiglen- und Siedemoosstrasse sollen durch den Einbau eines neuen Asphaltbelages verstärkt werden. Enge Kurven werden verbreitert und kurze Sichtweiten durch Abtrag der Böschungen erweitert. Die Strassenentwässerung wird, wo notwendig, ersetzt und ergänzt. Die heutige Linienführung wird bis auf einen Abschnitt von 50 m beibehalten. Die Verbauungen mit Rückverankerungen und Mauer im Nesselboden sowie die Strassenverlegung bei Wittenfärren dienen der Sicherung der Infrastruktur vor Rutschungen.
Das Projekt wurde an der Generalversammlung der Strassengenossenschaft vom 31. Mai 2024 beschlossen.
Der Baubeginn erfolgte Mitte Juni 2025. Das Bauende sollte Ende August 2026 erfolgen.
Kosten und Finanzierung
Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen:
| Bauarbeiten Belag inkl. Nebenarbeiten | Fr. | 956’000.-- |
| Bauarbeiten Entwässerung | Fr. | 275’000.-- |
| Planungs-und Drittleistungen | Fr. | 228’000.-- |
| MwSt. und Rundung | Fr. | 118’300.-- |
| Gesamtkosten | Fr. | 1’577’300.-- |
Die Finanzierung sieht folgendermassen aus:
| Gesamtkosten | Fr. | 1’577’300.-- |
| ./. Beitrag Subvention Kanton | Fr. | 473’190.-- |
| ./. Beitrag Subvention Bund | Fr. | 473’190.-- |
| ./. Beitrag Gemeinde Escholzmatt-Marbach | Fr. | 394’325.-- |
| Noch zu finanzierende Restkosten | Fr. | 236’595.-- |
Die Landwirtschaftliche Kreditkasse hat ein zinsloses Darlehen für die Sanierung gewährt. Die Amortisationen von Fr. 40’000.-- jährlich werden die Strassengenossenschaft sehr stark belasten.
Um ihre Arbeit effizient und nachhaltig erledigen zu können, sind die Landwirte auf sichere und gut ausgebaute Güterstrassen angewiesen. Durch die Sanierung resp. durch Fundationsergänzungen, Belagsschiftungen und neue Deckbeläge soll der Strassenkörper erheblich verstärkt werden, und das Oberflächenwasser kann wieder über die bestehenden Einlaufschächte oder über die Schulter ablaufen. Mit dem Ersatzneubau von Sicker- und Ableitungen und Einlaufschächten wird die Entwässerung wieder instand gestellt bzw. verbessert. Eine sichere Benützung der Güterstrassen ist künftig gewährleistet und der Winterdienst kann wieder standesgemäss ausgeführt werden.
Die Sanierung der Güterstrassen ist eine Notwendigkeit, die nicht nur den heutigen Anforderungen entspricht, sondern auch kommenden Generationen dient.
Sichere Strassen sind unerlässlich, sie verbinden Höfe und Betriebe und sichern die Erreichbarkeit von Wiesen und Felder. Sie sind die Grundlage für die weitere Bewirtschaftung durch die Bauern- und Alpbetriebe zwischen Marbachegg und Schrattenfluh
Sehr gerne empfehlen wir Ihnen eine Hilfeleistung an dieses sympathische Projekt.
Bis heute konnten wir für dieses Projekt Spenden von Fr. 28’394.-- vermitteln.










