Sanierung der Primarschule St-Ursanne
Clos du Doubs JU
Am 1. Januar 2009 haben die sieben ehemaligen Gemeinden, Epauvillers, Epiquerez, Montenol, Montmelon, Ocourt, Seleute und Saint-Ursanne fusioniert und bilden die neue Gemeinde Clos du Doubs. Die Gemeinde liegt rund 10 km südöstlich von Porrentruy.
Das Gemeindegebiet Clos du Doubs liegt auf einer Höhe zwischen 430 - 900 m.ü.M. auf einem Bergrücken an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz, eingegrenzt von der tief eingeschnittenen Schleife des Flusses Doubs. Das Klima ist gemässigt mit warmen Sommern und kühlen Wintern. Von den Hügeln des Massivs ist mehr als die Hälfte mit Buchen- und Tannenbäumen bewaldet, was der Gemeinde eine hohe Lebensqualität und viel Raum für Natur und Ruhe verleiht. Die Gegend des Clos du Doubs ist ein beliebtes und grossartiges Wandergebiet, das sich infolge seiner Abgeschiedenheit wirtschaftlich nur bescheiden entwickelt hat. Rund 43 % der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt.
Das mittelalterliche Städtchen St. Ursanne liegt im engen Tal des Doubs, zwischen den Juraketten des Mont Terri im Norden und dem breiten Rücken des Clos du Doubs im Süden. Es bildet das Zentrum der Gemeinde und gilt als «Perle des Juras».
Clos du Doubs blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erste urkundliche Erwähnungen der Dörfer stammen aus dem Mittelalter, als das Gebiet vor allem durch Landwirtschaft geprägt war. Die fruchtbaren Böden entlang des Doubs machten die Region früh zu einem wichtigen Standort für Ackerbau.
Hier hat von 612 bis 619 der Eremit Ursicinus, ein Weggefährte des heiligen Kolumban, gewirkt. Über seinem Grab wurde später ein Kloster gegründet, das in den folgenden Jahrhunderten mehrmals erweitert wurde. Im Jahre 1442 wurde die grossartige Stiftskirche, eine romanische Pfeilerbasilika ohne Querhaus mit Frontturm, erbaut.
Die drei Stadttore wurden im 16. und 17. Jahrhundert neu erbaut. Am Osteingang liegt die Porte St. Pierre und im Westen die Porte St. Paul. Den südlichen Stadteingang bildet die Porte St. Jean mit dem Brückenkopf der 1728 errichteten Brücke mit der Nepomukstatue.
Saint-Ursanne war früher Bestandteil des alten Bistums Basel und wurde 1815 durch den Entscheid des Wiener Kongresses dem Kanton Bern zugeteilt. Seither forderte die Stadt zusammen mit den Gemeinden des Clos du Doubs die Umwandlung der alten Vogtei in einen eigenständigen Bezirk. Seit dem 1. Januar 1979 gehört Saint-Ursanne zu dem am 24. September 1978 gegründeten Kanton Jura.
Bevölkerung
| 1960 | 2’153 Einwohner |
| 1980 | 1’607 Einwohner |
| 1990 | 1’472 Einwohner |
| Heute | 1’306 Einwohner |
Altersstruktur
| 0 - 15 Jahre | 203 Personen | 16 % |
| 16 - 65 Jahre | 761 Personen | 58 % |
| über 65 Jahre | 342 Personen | 26 % |
Schulen
| 31 Kindergartenschüler | in Saint-Ursanne |
| 80 Primarschüler | in Saint-Ursanne |
| 34 Real- und Sekundarschüler | in Porrentruy |
| 6 Mittelschüler | in Porrentruy |
Gemeindefläche
| Wald | 3’221 ha |
| Landwirtschaftliche Nutzfläche | 2’651 ha |
| Siedlungsfläche | 224 ha |
| unproduktiv | 86 ha |
| Total | 6’182 ha |
Die Ortschaft Saint-Ursanne liegt auf 430 m.ü.M. Das Gebiet von Clos du Doubs befindet sich in der Bergzone II.
Erwerbsstruktur
| 65 | Landwirtschaftsbetriebe Haupterwerb |
| 2 | Landwirtschaftsbetriebe Nebenerwerb |
| 1 | Forstwirtschaft |
| 28 | Handwerk und Industrie |
| 7 | Dienstleistungssektor |
Die Gemeinde ist von Land- und Forstwirtschaft sowie Handwerk geprägt.
Vereine
Die insgesamt 31 Vereine in den Bereichen Jugend, Sport, Musik und Gesang tragen zur Erhaltung eines intakten Gemeindelebens bei.
Tourismus
Clos du Doubs bietet eine Vielzahl an touristischen Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten, die für jeden Geschmack etwas bieten. Die Region ist bekannt für ihre schöne Landschaften, die von Wäldern und Hügeln geprägt sind, und bietet zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen und Velofahrten. Besucher können das historische Städtchen St. Ursanne erkunden und die traditionellen Produkte der Region geniessen.
Insgesamt stehen 4 Hotels mit 64 Hotelbetten, 8 Ferienhäuser, eine Ferienwohnung und 3 Gruppenunterkünfte zur Verfügung. Für das leibliche Wohl sorgen 7 Restaurants.
Die finanzielle Lage der Gemeinde Clos du Doubs
| Nettovermögen pro Kopf 2024 | Fr. | 119.56 |
| Steuereinnahmen pro Kopf 2024 | Fr. | 2’537.01 |
| Ausgabenüberschuss 2024 | Fr. | 76’753.30 |
| Abschreibungen 2024 | Fr. | 314’281.31 |
| Finanzausgleichsbeitrag 2024 | Fr. | 533’324.-- |
| Gemeindesteuerfuss 2024 | 2.15 % | |
| Höchster Steuerfuss im Kanton | 2.35 % | |
| Tiefster Steuerfuss im Kanton | 1.40 % |
Direkte Bundessteuer pro Kopf 2021:
| Gemeinde Clos du Doubs | Fr. | 567.-- |
| Kanton Jura | Fr. | 862.-- |
| Schweiz | Fr. | 2’170.-- |
Zum Projekt
Das Primarschulhaus in Saint-Ursanne wurde in den Jahren 1959 und 1960 gebaut. Es ist im Inventar der Kulturgüter des Kantons Jura verzeichnet und besteht aus drei separaten Einheiten, die über Treppenhäuser miteinander verbunden sind. Seit der Erstellung des Gebäudes sind keine wesentlichen Veränderungen vorgenommen worden. Es besteht aus zwei vollständig beheizten Etagen, einem teilweise unbeheizten Keller und einem unbeheizten Dachboden. Insgesamt weist das Gebäude eine schlechte Wärmeleistung auf. Obwohl im Jahr 2010 Dämmarbeiten am Dach und beim Boden des zum Keller hin gelegenen Klassenzimmers vorgenommen wurden, sind die Wärmedämmungen an Dach, Fassaden, Fenster und Böden ungenügend und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Das Gebäude ist seit 2018 an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Warmwasseraufbereitung erfolgt derzeit über mehrere Warmwasseraufbereiter. Dies entspricht ebenfalls nicht mehr den energetischen Anforderungen.
Nebst der mangelhaften Wärmedämmung der Gebäudehülle ist der Luftaustausch ineffizient, die Raumakustik schlecht und der natürliche Lichteinfall eingeschränkt. Die Klassenzimmer sind relativ klein, es fehlen Unterrichtsräume und die Näh- und Bastelräume sind unzureichend ausgestattet.
Die geplanten Arbeiten umfassen die Erneuerung der Gebäudehülle mit Fassade und Fenstern, die Neugestaltung der Innenräume sowie den Einbau neuer Infrastruktur wie Aufzug, Garderoben und Werkräume. Auch die technischen Anlagen werden modernisiert: Stromleitungen, Heizung und eine Lüftung mit Doppelstromsystem sollen erneuert resp. eingebaut werden, um die Energieeffizienz und den Komfort deutlich zu verbessern.
Um den heutigen pädagogischen und technischen Anforderungen gerecht zu werden, sind folgende Massnahmen geplant:
- Rückbau von alten Strukturen und Toiletten
- Neugestaltung und Erneuerung von Unterrichtsräumen: Klassenzimmer, Gemeinschaftsräume, Räume für Förderunterricht, Räume für Handarbeit und Werken, Aula
- Neue Garderoben
- Neuer Haupteingang
- Schaffung eines Lehrerzimmers und eines Büros für die Schulleitung
- Neue sanitäre Einrichtungen: Toiletten mit barrierefreiem Zugang auf allen Etagen und Zwischenetagen
- Umsetzung eines neuen Brandschutzkonzeptes
- Verbesserte Schalldämmung
- Einbau von Mikropfählen zur Gewährleistung der Stabilität des Gebäudes (Böschungen mit einer Tiefe von ca. 5 Meter)
- Die bestehende Deckenheizung wird durch eine Fussbodenheizung ersetzt
- Das bestehende Dach wird erhöht
- Energieeffiziente Sanierung: thermische Isolation der Gebäudehülle, neue Heizung, Ersatz von Türen und Fenstern
- Neuer Verputz
- Verbesserung der Akustik und der natürlichen Beleuchtung
Eine erste Information der Bevölkerung durch die Gemeindebehörden ist im Oktober 2021 erfolgt, im Mai 2023 bewilligte dann die Gemeindeversammlung einen Planungskredit von Fr. 450’000.--. Das Projekt und der Kredit von 6.5 Mio. Franken wurden an der Gemeindeversammlung vom 5. Mai 2025 beschlossen.
Der Baubeginn erfolgte am 18. August 2025. Man hofft, den Umbau im Frühjahr 2027 beenden zu können. Für die Dauer der Renovation wird der Unterricht in einem Provisorium aus Containern stattfinden.
Kosten und Finanzierung
Die Kosten setzen sich gemäss Kostenvoranschlag wie folgt zusammen:
| Vorbereitungsarbeiten | Fr. | 17’000.-- |
| Gebäude: | ||
| Aushub | Fr. | 92’646.-- |
| Rohbau 1: insbesondere Maurer- und Holzarbeiten | Fr. | 1’137’969.-- |
| Rohbau 2: insbesondere Fenster, Spengler, Verputz/Wärmedämmung | Fr. | 839’584.-- |
| Elektrischem | Fr. | 529’937.-- |
| Heizung/Lüftung | Fr. | 301’000.-- |
| Sanitärinstallation | Fr. | 133’150.-- |
| Lift | Fr. | 42’000.-- |
| Innenausbau 1: insbesondere Gipser, Türen, Schränke | Fr. | 611’820.-- |
| Innenausbau 2: insbesondere Bodenbelag und (Zwischen-) Decken | Fr. | 667’150.-- |
| Honorare: insbesondere Architekt und Ingenieure | Fr. | 676’763.-- |
| Photovoltaikanlage | Fr. | 48’000.-- |
| Aussengestaltung | Fr. | 143’000.-- |
| Diverse Kosten: insbesondere Bewilligung, Anschlussgebühren | Fr. | 123’500.-- |
| Reserve | Fr. | 290’000.-- |
| Provisorische Container während dem Umbau | Fr. | 547’217.-- |
| Möblierung | Fr. | 300’000.-- |
| Gesamtkosten | Fr. | 6’500’736.-- |
Die Finanzierung sieht wie folgt aus:
| Gesamtkosten | Fr. | 6’500’736.-- |
| ./. Beitrag Subvention Kanton | Fr. | 2’378’247.-- |
| ./. Beitrag für Energetische Massnahmen | Fr. | 99’000.-- |
| ./. Zweckgebundene Rückstellungen | Fr. | 1’138’000.-- |
| Noch zu finanzierende Restkosten | Fr. | 2’885’489.-- |
Die Sanierung des Primarschulhauses in Saint-Ursanne ist eine Investition in die Zukunft der Kinder der Gemeinde Clos du Doubs. Das Schulhaus ist für viele von ihnen der zentrale Ort, an dem sie Wissen erwerben, Freundschaften schliessen, ihre Persönlichkeit entwickeln und erste wichtige Schritte in Richtung Selbstständigkeit machen.
Ein modernes, sicheres und gut ausgestattetes Gebäude schafft die Grundlage für eine positive Lernumgebung. Neue Räume wie Werkräume und Gemeinschaftsräume erleichtern den Alltag, während ein Aufzug und barrierefreie Zugänge sicherstellen, dass alle Kinder – unabhängig von körperlichen Einschränkungen – gleichberechtigt am Unterricht teilnehmen können. Die Erneuerung der Heizung, Lüftung und Elektrischem sorgt zudem für ein gesundes Raumklima und mehr Energieeffizienz, was direkt das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler steigert.
Die Zustimmung der Bevölkerung zum Kredit von 6.5 Millionen Franken zeigt, dass ihnen die Zukunft der jüngsten Einwohner wichtig ist. Sie signalisiert, dass Bildung und gute Lernbedingungen als zentrale Werte angesehen werden. Für die Kinder bedeutet dies, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden und dass sie in einer Umgebung lernen dürfen, die ihnen Sicherheit, Motivation und Perspektiven bietet.
Langfristig trägt die Sanierung dazu bei, dass die Schule ein Ort bleibt, an dem Kinder gerne lernen und sich entfalten. Damit wird nicht nur ihre schulische Entwicklung gefördert, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl in Clos du Doubs gestärkt – denn eine starke Schule ist das Herz einer lebendigen Gemeinde.
Die Sanierung stellt für die kleine Gemeinde eine grosse Investition dar, bringt aber langfristige Vorteile: bessere Lernbedingungen für die Kinder, mehr Barrierefreiheit und eine nachhaltige Infrastruktur. Mit diesem Projekt wird das Primarschulhaus Saint-Ursanne für die Zukunft fit gemacht.
Aus den erwähnten Gründen können wir Ihnen eine Hilfeleistung an dieses Schulprojekt empfehlen.
Bis heute konnten wir für das Vorhaben Spenden in der Höhe von Fr. 2’500.-- entgegennehmen.














