Sanierung und Erweiterung Kreisschule Seedorf
Gemeinde Seedorf
Seedorf liegt direkt am südlichen Ende des Urnersees und grenzt an das einzigartige Naturschutzgebiet im Reussdelta mit seinen Natur- und Badeinseln. Es besitzt diverse kultur- und kunsthistorische Kleinode, wie z.B. das Benediktinerinnen-Kloster St. Lazarus (17. Jh.), die zwei Pfarrkirchen, das Schlösschen A Pro (Mitte 16. Jh.), das Mineralien-Museum und den 800-jährigen Turm Seedorf.
Das Siedlungsgebiet der Gemeinde befindet sich im ebenen Talboden, auf ca. 450 m.ü.M., knapp über dem Spiegel des Vierwaldstättersees, und wird gegen Süden durch den Palanggenbach, gegen Osten und Norden durch die Reuss und die Autobahn A2, und westlich durch die steile, bewaldete und felsige Bergflanke des Gitschen begrenzt. Das teilweise schwer zugängliche Gemeindegebiet erstreckt sich bis zum Gitschen, durch das Gitschital und noch weiter bis zum Brunnistock (2’952 m.ü.M., einem Vorgipfel des Urirotstock).
Aus der langjährigen engen Zusammenarbeit von Seedorf und Bauen resultierte Anfang 2021 eine Gemeindefusion: So bündeln Seedorf und Bauen fortan ihre Kräfte und setzen sich ein für noch mehr Lebensqualität am Urnersee.
Gemeinde Attinghausen
Attinghausen befindet sich am Westrand der Urner Reussebene, gehört zu den Bodengemeinden des Urnerlandes und ist gegen Osten durch die Reuss eingegrenzt, gegen Norden durch den Palanggenbach und gegen Süden durch die Bokiflue. Gegen Westen erstreckt sich das Gemeindegebiet über den Surenenpass, zu den grossen Korporations-Alpen Blacken, Niedersurenen und Äbnet, bis gegen Engelberg.
Dank der etwas erhöhten Lage des Dorfes (468 m.ü.M.) ergibt sich eine schöne Aussichtslage auf den Talboden, auf den Urnersee, hinauf ins Reusstal und ins Schächental. Die ansteigenden Hänge sind für die landwirtschaftliche Nutzung sehr geeignet, und die Weidegebiete von Waldnacht, Gitschental und Surenen bieten der Alpwirtschaft beste Voraussetzungen. Die bewaldeten, stark zerklüfteten Halden unter dem Brüsti und den Gibelstöcken werden von zahlreichen Wildbächen, besonders dem gefürchteten Palanggen entwässert. Das Wasser war in früheren Epochen das dominierende Element. Erst durch den Reusskanal und weitere meliorationstechnische Massnahmen konnte das Kulturland seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. mehr auch auf die Ebene ausgedehnt werden. Trotz diesen Massnahmen überflutete 1977 der Kummet und 1987 das Jahrhunderthochwasser grosse Teile des Gemeindegebietes.
In Attinghausen gibt es diverse Baudenkmäler: Kath. Pfarrkirche, Beinhaus, Pfarrhaus, Burgruine des Freiherrn von Attinghausen, typische Bauernhäuser, Ruine des Kapuzinerinnenklosters, Wohnturm Schweinsberg, Kapellen am Surenenweg und auf Waldnachtalp. Mit der Luftseilbahn kann man auf das 1’500 Meter hoch gelegene Brüsti gelangen und von dort die verschiedenen Wanderungen unternehmen, z.B. über den 2’292 Meter hohen Surenenpass nach Engelberg.
Gemeinde Isenthal
Das Dorf Isenthal liegt hoch über dem schwer zugänglichen Süd-Ufer des Urnersees. Die Zufahrt kommt von Flüelen-Seedorf-Isleten her auf sehr schwieriger, schmaler Bergstrasse in die abgelegenen Täler hinauf. Bis 1901 konnte man Isenthal nur über den Landweg von Seedorf, Bauen und Isleten, oder von Nidwalden her zu Fuss erreichen. Dabei sollen die ersten Bewohner eine Leiter benutzt haben, um die steilen Felsklippen, die sich über dem Urnersee erheben, zu überwinden. Deshalb hat Isenthal eine Leiter im Wappen.
Das grosse Gemeindegebiet erstreckt sich vom Vierwaldstättersee auf 434 m.ü.M., bis zum Urirot-stock - Brisen - Schwalmis - Oberbauenstock auf fast 3’000 m.ü.M. hinauf. Die unteren Teile des Grosstal und Chlital sind mit verstreuten Bauerngehöften besiedelt. Alles konzentriert sich aber im eigentlichen Dorfteil Isenthal (771 m.ü.M.), mit stattlicher Kirche und Kapelle, mustergültig renoviertem Pfarrhaus, Schul- und Gemeindeverwaltung, Dorfladen, Kläranlage, einigen Holzverarbeitungsbetrieben, schmucken Wohnhäusern und eines etwas ausserhalb liegenden Sportplatzes. Die vielen Wälder an allen Hängen - meist Schutzwälder - werden gut gepflegt und geben für die Gemeinde Arbeit, wenn auch nur wenig direkten Ertrag.
Die höchstgelegene Ortschaft der Gemeinde Isenthal liegt auf der Alp Gitschenen. Isenthal grenzt im Westen an die Nidwaldner Gemeinde Wolfenschiessen, im Nordwesten ans nidwaldnerische Beckenried, im Norden an Emmetten (Kanton Nidwalden), Seelisberg und Bauen, im Osten an den Vierwaldstättersee und an Seedorf und im Süden an Attinghausen und die Obwaldner Gemeinde Engelberg.
Bevölkerung
| Seedorf | Attinghausen | Isenthal | |
| 1960 | 770 Einwohner | 1’190 Einwohner | 581 Einwohner |
| 1990 | 1’518 Einwohner | 1’235 Einwohner | 553 Einwohner |
| 2000 | 1’509 Einwohner | 1’518 Einwohner | 579 Einwohner |
| heute | 2’068 Einwohner | 1’787 Einwohner | 458 Einwohner |
Altersstruktur
| Seedorf | Attinghausen | Isenthal | ||||
| 0 - 15 Jahre | 401 Personen | 19 % | 322 Personen | 18 % | 83 Personen | 18 % |
| 16 - 65 Jahre | 1’282 Personen | 62 % | 1’160 Personen | 65 % | 279 Personen | 61% |
| über 65 Jahre | 385 Personen | 19 % | 305 Personen | 17 % | 96 Personen | 21% |
Schulen Seedorf
| 44 Kindergartenschüler | in Seedorf |
| 168 Primarschüler | in Seedorf |
| 80 Real- und Sekundarschüler | in Seedorf |
| 9 Mittelschüler | in Altdorf |
Schulen Attinghausen
| 40 Kindergartenschüler | in Attinghausen |
| 131 Attinghausen | in Attinghausen |
| 57 Real- und Sekundarschüler | in Seedorf |
| 5 Mittelschüler | in Altdorf |
Schulen Isenthal
| 9 Kindergartschüler | in Isenthal |
| 34 Primarschüler | in Isenthal |
| 9 Real- und Sekundarschüler | in Seedorf |
| 3 Mittelschüler | in Altdorf |
Gemeindefläche
| Seedorf | Attinghausen | Isenthal | |
| Wald | 918 ha | 820 ha | 1’602 ha |
| Landwirtschaftliche Nutzfläche | 420 ha | 1’651 ha | 1’710 ha |
| Siedlungsfläche | 65 ha | 80 ha | 38 ha |
| unproduktiv | 1’143 ha | 2’138 ha | 2’767 ha |
| Total | 2’546 ha | 4’689 ha | 6’117 ha |
Seedorf liegt auf 450 m.ü.M., Attinghausen auf rund 468 m.ü.M. und Isenthal auf 771 m.ü.M. Die Gemeinden befinden sich in den Bergzonen I bis IV und haben Sömmerungsgebiete.
Erwerbsstruktur Seedorf
| 12 | Landwirtschaftsbetriebe im Haupterwerb |
| 1 | Forstwirtschaft |
| 28 | Handwerks- und Industriebetriebe |
| 81 | Dienstleistungsbetriebe |
| 847 | Wegpendler |
| 459 | Zupendler |
Erwerbsstruktur Attinghausen
| 24 | Landwirtschaftsbetriebe im Haupterwerb |
| 5 | Landwirtschaftsbetriebe im Nebenerwerb |
| 2 | Forstwirtschaft |
| 17 | Handwerks- und Industriebetriebe |
| 57 | Dienstleistungssektor |
| 658 | Wegpendler |
| 130 | Zupendler |
Erwerbsstruktur Isenthal
| 23 | Landwirtschaftsbetriebe im Haupterwerb |
| 16 | Landwirtschaftsbetriebe im Nebenerwerb |
| 3 | Forstwirtschaft |
| 11 | Handwerks- und Industriebetriebe |
| 20 | Dienstleistungssektor |
| 106 | Wegpendler |
| 14 | Zupendler |
Vereine
Ca. 33 Vereine in Seedorf, 16 in Attinghausen und 19 in Isenthal bieten sich in der Region für den sozialen, kulturellen und sportlichen Austausch an.
Tourismus
Seedorf, Attinghausen und Isenthal bieten eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten und touristischen Attraktionen. Die Gemeinde Seedorf am Urnersee bietet direkten Zugang zum See, Strandbäder und eine Vielzahl von Sportarten wie Wandern, Radfahren und Golfen. Attinghausen bietet Wanderungen, Skitouren und historische Touren. Isenthal am Uri Rotstock bietet eine ruhige Naturkulisse. Attinghausen und Isenthal sind ideal für Wanderer und Aktivurlauber, während Seedorf für Familien und Ruhesuchende attraktiv ist. Zusammen zeigen die drei Gemeinden wie abwechslungsreich der Kanton Uri ist – vom Seeufer über aussichtsreiche Bergwege bis hin zu stillen, traditionellen Berglandschaften.
Folgende Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten bieten sich wie folgt an:
| Seedorf | Attinghausen | Isenthal |
| 3 Hotels mit 14 Betten | 1 Hotel mit 26 Betten | 2 Hotels mit 47 Betten |
| 10 Restaurants | 11 Restaurants | 3 Restaurants |
| 0 Ferienhäuser | 9 Ferienhäuser | 20 Ferienhäuser |
| 11 Ferienwohnungen | 7 Ferienwohnungen | 6 Ferienwohnungen |
| 2 Gruppenunterkünfte | 7 Gruppenunterkünfte | 1 Gruppenunterkunft |
Finanzielle Situation der Gemeinde Seedorf
| Nettovermögen pro Kopf 2024 | Fr. | 1’154.12 |
| Steuereinnahmen pro Kopf 2024 | Fr. | 1’768.37 |
| Ausgabenüberschuss 2024 | Fr. | 337’102.25 |
| Abschreibungen 2024 | Fr. | 0.-- |
| Besondere Einnahmen 2024 (Konzessionen) | Fr. | 100’422.90 |
| Finanzausgleichsbeitrag 2024 | Fr. | 956’197.-- |
| Gemeindesteuerfuss | 90 % | |
| Höchster Steuerfuss im Kanton | 120 % | |
| Niedrigster Steuerfuss im Kanton | 90 % |
Die finanzielle Situation der Gemeinde Attinghausen
| Nettoverschuldung pro Kopf 2024 | Fr. | 176.69 |
| Steuereinnahmen pro Kopf 2024 | Fr. | 1’896.73 |
| Einnahmenüberschuss 2024 | Fr. | 81’475.80 |
| Abschreibungen 2024 | Fr. | 208’160.54 |
| Besondere Einnahmen 2024 (Konzessionen) | Fr. | 68’348.15 |
| Finanzausgleichsbeitrag 2024 | Fr. | 981’576.-- |
| Gemeindesteuerfuss | 97 % | |
| Höchster Steuerfuss im Kanton | 120 % | |
| Niedrigster Steuerfuss im Kanton | 90 % |
Die finanzielle Situation der Gemeinde Isenthal
| Nettovermögen pro Kopf 2024 | Fr. | 670.43 |
| Steuereinnahmen pro Kopf 2024 | Fr. | 1’576.45 |
| Ausgabenüberschuss 2024 | Fr. | 11’918.02 |
| Abschreibungen 2024 | Fr. | 14’993.-- |
| Besondere Einnahmen 2024 (Konzessionen usw.) | Fr. | 73’298.80 |
| Finanzausgleichsbeitrag 2024 | Fr. | 676’741.-- |
| Gemeindesteuerfuss | 117 % | |
| Höchster Steuerfuss im Kanton | 120 % | |
| Niedrigster Steuerfuss im Kanton | 90 % |
Direkte Bundessteuer pro Kopf 2022:
| Gemeinde Seedorf | Fr. | 1’625.-- |
| Gemeinde Attinghausen | Fr. | 1’305.-- |
| Gemeinde Isenthal | Fr. | 587.-- |
| Kanton Uri | Fr. | 1’567.-- |
| Schweiz | Fr. | 3’008.-- |
Kreisschule Seedorf Uri
Die Kreisschule Seedorf ist die gemeinsame Oberstufe der Gemeinden Attinghausen, Isenthal und Seedorf. Sie ist eine integrierte Oberstufe. In neun Stammklassen werden 155 Schülerinnen und Schüler von 9 Klassen- und 13 Fachlehrpersonen unterrichtet.
Die Kreisschule Seedorf wurde 1973 gegründet. 1993 wurden die bestehenden Gebäude um einen Trakt erweitert. Seit 2005 ist sie eine geleitete Schule und auf das Schuljahr 2014/15 wurde das Schulmodell flächendeckend auf das integrierte Schulsystem umgestellt. Jugendliche, welche Lernschwächen aufweisen, werden von schulischen Heilpädagogen/Heilpädagoginnen gefördert - leistungsstarke Jugendliche gefordert. Die Kreisschule richtet sich inhaltlich nach dem kantonalen Lehrplan. Nebst einem Mittagstisch bietet sie ein vielfältiges Wahlfachangebot sowie «betreute Hausaufgaben» an. Die Partizipation der Jugendlichen am Schulleben ist der Kreisschule äusserst wichtig und wird mit dem Schülerrat bewusst gepflegt. Ebenso bereichern vielfältige ausserschulische Aktivitäten den Schulalltag und das soziale Miteinander.
In den vergangenen 50 Jahren hat die Kreisschule Seedorf diverse Entwicklungen angestossen, welche auch auf kantonaler Ebene grosse Beachtung fanden, wie beispielsweise die Einführung der Fünf-Tage-Woche, die Realisierung des prüfungsfreien Übertritts oder der Informatikunterricht. Aktuell setzt die Kreisschule Seedorf ihre Innovationskraft mit ihrem Schul- und Unterrichtsentwicklungsprojekt LEHR(N)EN zukunftweisend fort. Dabei stehen das selbstregulierte Lernen der Jugendlichen und der lernorientierte Unterricht im Zentrum ihrer Entwicklung.
Die finanzielle Situation der Kreisschule Seedorf
| Einnahmen: | Beiträge Gemeinden, Schülerpauschalen usw. | Fr. | 3’352’317.05 |
| Ausgaben: | Löhne, Lehrmittel, Mobiliar, Exkursionen, | Fr. | 3’276’612.62 |
| Tagesbetreuung, Schulbetrieb | |||
| Ertragsüberschuss: | Fr. | 75’704.43 | |
| Aktiven: | Flüssige Mittel Raiffeisenbank, Forderungen | Fr. | 131’590.29 |
| Kreisschulanlage, Nahwärmeverbund, Photovoltaik | Fr. | 186’117.20 | |
| Passiven: | Div. Verbindlichkeiten | Fr. | 225’702.20 |
| Unterhaltsfonds Burgturm | Fr. | 16’300.86 |
Zum Projekt
Die Kreisschule Seedorf wurde 1973 von den damals noch 4 Gemeinden Attinghausen, Isenthal, Bauen und Seedorf auf Seedorfner Boden gebaut. Sie wurde immer gut gepflegt und 1993 aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen, aber auch durch die Einführung des obligatorischen neunten Schuljahrs im Kanton Uri, erweitert.
Seit August 2019 beschäftigt sich der Kreisschulrat intensiv mit dem Sanierungs- und Erweiterungsprojekt. Die über 50-jährige Kreisschulanlage muss einer grösseren Sanierung unterzogen werden, da sie in vielerlei Hinsicht nicht mehr den geltenden Anforderungen entspricht. Gleichzeitig soll sie mit einer gezielten, verhältnismässigen Erweiterung und Umnutzung des Bestands mit flexiblen Räumlichkeiten für eine zukunftsgerichtete und zeitgemässe Schulentwicklung ausgestattet werden.
Die Schulanlage besteht aktuell aus drei aneinandergebauten Nutzungseinheiten:
- Trakt A (1973) mit Aula, Bibliothek, Lehrer- und Schulverwaltungstrakt, Hauswartwohnung, Werkräumen
- Trakt B (1973) mit Klassenzimmern
- Trakt C (1993) mit Klassenzimmern und Schulküche
Die drei Trakte sollen im Inneren in einen weitgehend neuwertigen, einheitlichen und zeitgemässen Zustand versetzt werden. Damit werden die Voraussetzungen für eine Lebenszyklusdauer von ca. 25 Jahren geschaffen. Um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen, sollen mit dem geplanten Sanierungs- und Erweiterungsprojekt die folgenden wichtigsten Massnahmen umgesetzt werden:
- die drei Gebäudeteile technisch auf den aktuellen Stand bringen
- notwendige Massnahmen hinsichtlich Brandschutz und Erdbebenertüchtigung realisieren sowie Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes umsetzen, unter anderem mit einem Lifteinbau
- Trakte A, B und C etagenmässig verbinden
- mangelhafte Infrastrukturen verbessern und durch moderne Technologien ersetzen
- zukunftsgerichtete Schulräume schaffen
- durch Erhalt von Bestehendem das vorhandene Leben, den bisherigen Geist und die Entwicklung der Schule sichtbar und in die weitere Entwicklung einfliessen lassen
Einige der wichtigsten Arbeiten, die ausgeführt werden sollen:
- Einbau von Personen- und Treppenlift, um den barrierefreien Zugang zu allen Schulzimmern und Räumlichkeiten sowie zur bestehenden Aula zu ermöglichen
- Teilersatz von Fenstern und Aussentüren mit ungenügenden Dämmwerten
- Ersatz der brennbaren Wandoberflächen in den Korridoren
- Einbau von brandhemmenden Türen und Bildung von Brandabschnitten
- Erbebenertüchtigungsmassnahmen
- Ersatz der Elektroanlagen für Stark- und Schwachstrom
- Instandstellung der Sanitäranlagen
- Neuaufteilung der bestehenden Räumlichkeiten
Das Sanierungs- und Erweiterungsprojekt beinhaltet weiter die Realisierung einer neuen «Mitte» der Schulanlage respektive eines gedeckten Aussenbereichs. Das neue Foyer soll zu einer zentral gelegenen Drehscheibe für alle Bereiche werden und künftig zugleich als Aufenthaltsort vielfältig nutzbar sein. Vorgesehen ist, das Foyer in einen Korridorbereich münden zu lassen, um neu alle Trakte im Inneren miteinander zu verbinden. Die bestehenden Treppenhäuser sollen erhalten bleiben und zu vertikalen Fluchtwegen werden.
Der geplante Eingriff ermöglicht die Erschaffung dieser Räume, ohne jedoch die bestehenden Bauten grundlegend verändern zu müssen. Der Kreisschulrat verzichtet bewusst auf eine Totalsanierung. Er tut dies einerseits aufgrund der angespannten finanziellen Lage der Kreisschulgemeinden, anderseits sollen aus ökologischen Überlegungen nur Bauteile ersetzt werden, die ihre Lebensdauer effektiv erreicht haben.
Nach der Sanierung verfügt das Schulhaus über folgende Räumlichkeiten:
- 9 Klassenzimmer
- 8 Schulzimmer für Spezialunterricht
- 10 Gruppenräume
- 3 pädagogische Teamzimmer
- 1 Aula
- Schulverwaltungs- und Lehrpersonenaufenthaltsbereich
- Hausdienstbereich
- Foyer und Gänge als erweiterter Lernraum
Das Bauprojekt der Kreisschule Seedorf wurde durch die drei Kreisschulgemeinden Seedorf, Attinghausen und Isenthal am 24. November 2024 genehmigt. Alle drei Gemeinden haben ihrem Kreditanteil für die Sanierung und Erweiterung der Kreisschule Seedorf sehr deutlich zugestimmt.
Der offizielle Baustart erfolgte am 2. Oktober 2025. Zuerst musste das zweigeschossige Provisorium erstellt werden. Dieses setzt sich aus insgesamt 80 Containern zusammen und wird über zwei Treppentürme erschlossen. Ein Pultdach aus Wellblech bildet den oberen Abschluss des rund sieben Meter hohen Gebäudes. Bis Ende Dezember 2025 wurde das Kreisschulgebäude vollständig geräumt und das Provisorium für den Schulstart nach den Weihnachtsferien eingerichtet. Der Umzug verlief reibungslos. Das Bauende ist auf Ende Juli 2027 geplant.
Kosten und Finanzierung
Die Kosten setzen sich gemäss Kostenaufstellung wie folgt zusammen:
| Bestandesaufnahme, Sondagen, prov. Container-Schulräume | Fr. | 596’000.-- |
| Räumungen, Demontagen/Abbrüche, Sanierung Bauschadstoffe | Fr. | 389’000.-- |
| Sicherungen und provisorische Haustechnik | Fr. | 12’000.-- |
| Gemeinsame Baustelleneinrichtung, Kosten Energie, Wasser usw. | Fr. | 144’000.-- |
| Anpassungen Kanalisation, Elektroanlagen, Gebäudeautomaten, Sanitär | Fr. | 38’000.-- |
| Baugrubenaushub | Fr. | 88’000.-- |
| Rohbau 1: Baumeisterarbeiten, Gerüste, Erdbebenmassnahmen | Fr. | 837’000.-- |
| Rohbau 2: Fenster, Aussentüren, Rauch- und Wärmeabzug, Spengler-/Blitzschutz-/Bedachungsarbeiten, Brandschutzverkleidungen, Fassadenputz, äussere Oberflächenbehandlungen, Sonnenschutz | Fr. | 801’000.-- |
| Elektroanlagen, Leuchten | Fr. | 844’000.-- |
| Heizungs-/Lüftungsanlagen | Fr. | 283’000.-- |
| Sanitäranlagen, Kücheneinrichtungen | Fr. | 445’000.-- |
| Aufzüge | Fr. | 88’000.-- |
| Ausbau 1: Gipser- und Malerarbeiten, innere Verglasungen, Innentüren in Holz, allgemeine Schreinerarbeiten, Schliessanlagen | Fr. | 1’076’000.-- |
| Ausbau 2: Unterlagsböden, Boden- und Wandbeläge, Deckenbekleidung, innere Oberflächenbehandlungen, Bauaustrockung, Beschriftungen | Fr. | 825’000.-- |
| Honorare: Generalplaner (Bau-, Elektro-, HLKS-Ing., Bauphysiker und Brandschutzingenieur in GP-Honorar enthalten) Geometer | Fr. | 1’115’000.-- |
| Betriebseinrichtungen, Baumassnahmen Gebäudeteil Aula | Fr. | 310’000.-- |
| Umgebungsgestaltung | Fr. | 103’000.-- |
| Baunebenkosten: Bewilligungen, Gebühren, Versicherungen usw. | Fr. | 180’000.-- |
| Reserve | Fr. | 297’000.-- |
| Mobiliar: technische Einrichtungen, Wandtafeln usw., Ersatz Laboreinrichtungen, Umzugsarbeiten | Fr. | 497’000.-- |
| Gesamtkosten | Fr. | 8’968’000.-- |
Durch Optimierung der Projekttermine können mögliche Einsparungen von Fr. 150’000.-- gemacht werden. Der eingesparte Betrag von Fr. 150’000.-- wird jedoch gleich wieder benötigt. Bei der Demontage der Dachbekleidung auf Trakt C im Zusammenhang mit den Erdbebenmassnahmen wurde festgestellt, dass die Kunststoffabdichtung des Flachdachs, Baujahr 1994, im Bereich des Dunstrohrs undicht ist. Um Folgeschäden zu verhindern, muss dieses vollständig saniert werden. Dieser Schaden war nicht vorhersehbar und deshalb nicht im Kostenvoranschlag berücksichtigt.
Die Finanzierung sieht folgendermassen aus:
| Gesamtkosten | Fr. | 8’968’000.-- |
| ./. Beitrag alpinfra | Fr. | 250’000.-- |
| Noch zu finanzierende Restkosten | Fr. | 8’718’000.-- |
Diese werden durch die Verbandsgemeinden gemäss aktuellem Verteilerschlüssel (zu ½ auf Grund der Einwohner- bzw. ½ auf Grund der Schülerzahl) wie folgt übernommen:
| Seedorf | Fr. | 4’481’052.-- | 51.4 % |
| Attinghausen | Fr. | 3’495’918.-- | 40.1 % |
| Isenthal | Fr. | 741’030.-- | 8.5 % |
Eine finanzielle Unterstützung durch den Kanton Uri für das Projekt ist nicht möglich. Gemäss Artikel 3 der Schulischen Beitragsverordnung richtet der Kanton den Gemeinden an deren Kosten für die Volksschule einen Pauschalbetrag pro Schülerin und Schüler aus. Bauliche Aufwendungen werden dementsprechend auch via Schülerpauschale verrechnet. Die Höhe des Beitrages wird jährlich anhand des Kostenindex Volksschule neu berechnet.
Mit der Sanierung möchte man einer neuzeitlichen und innovativen Schule gerecht werden. Dabei können die Gebäude infolge unterschiedlichen Alters und Zustand, technisch auf einen aktuellen und gleichen Stand gebracht werden. Mangelhafte Infrastrukturen, verschiedene Zugänge, zerstreute Erschliessungsräume, ungenügender Erdbebenschutz usw. können verbessert und durch moderne Technologien ersetzt werden.
Die Kreisschule wird nebst den notwendigen Sanierungsarbeiten mit flexiblen Räumlichkeiten für eine zukunftsgerichtete, innovative und zeitgemässe Schul- und Unterrichtsentwicklung ausgestattet.
Die Kreisschule wird von Kindern aus Seedorf, Attinghausen und Isenthal besucht. Dadurch können Ressourcen gebündelt, die Zusammenarbeit gestärkt und ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot ermöglicht werden, die eine einzelne kleine Gemeinde allein kaum stemmen könnte.
Ein gut funktionierendes Schulhaus ist ein Standortfaktor. Familien bleiben eher in der Region oder ziehen sogar zu, wenn sie wissen, dass ihre Kinder eine verlässliche, moderne Schule besuchen können. Das stärkt die Dorfgemeinschaft und die langfristige Entwicklung.
Von Herzen können wir Ihnen eine Hilfeleistung an dieses Projekt empfehlen.
Für dieses Projekt konnten wir bis heute Spenden in der Höhe von Fr. 125’700.-- entgegennehmen.








