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Sanierung der alten Dorfstrassen

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Bericht

Kippel VS

Wenn man durch den Lötschbergtunnel ins Wallis fährt und dann von Goppenstein ins Lötschental abzweigt, ist Kippel das zwei­te Dorf im Tal. Es fällt durch sei­ne impo­san­te Kirche auf. Die Freiherren von Turn lies­sen sie 1233 als erste Kirche im Lötschental erbau­en. Die ersten Priester stamm­ten aus dem Kloster Abondance in Savoyen und tru­gen den klö­ster­li­chen Titel eines Priors. Diesen Titel tra­gen die Ortspfarrer von Kippel bis auf den heu­ti­gen Tag. Aufgrund des Priestermangels ist der neue Pfarrherr für das gesam­te Lötschental zustän­dig. Man spricht in Kippel also vom Herrn Prior und in den ande­ren Gemeinden vom Herrn Pfarrer.

In Kippel wur­den dank der zen­tra­len Lage des Dorfes das regio­na­le Altersheim, ein Gemeinschaftswerk der vier Lötschentaler Gemeinden Ferden, Kippel, Wiler und Blatten sowie die Orientierungsschule gebaut. Hier befin­det sich auch das Lötschentaler Museum mit sei­nen Wechselausstellungen.

Kippel war das Zuhause und die zwei­te Heimat des Berner Kunstmalers Albert Nyfeler, der wäh­rend mehr als 50 Jahren das Lötschental gemalt und foto­gra­fiert und damit den Talbewohnern und allen Kunstfreunden wert­vol­le Erinnerungen hin­ter­las­sen hat.

Die älte­sten Funde im Tal deu­ten dar­auf hin, dass bereits 1’000 v. Chr. das Lötschental besie­delt war. Erste schrift­li­che Zeugnisse über das Lötschental fin­den sich in der Schenkungsurkunde bei der die Pfarrei Lötschen als Priorat unter die Jurisdiktion des Klosters Abondance fiel.

Bis 1375 gehört das Lötschental als Lehen zu den Besitztümern der Freiherrn vom Turn-Gestelberg, und bis 1790 war das Lötschental abhän­gig von den fünf obe­ren Walliser Zenden. Im Jahr 1790 kauft sich Lötschen für 10’000 Kronen von der Gerichtsbarkeit der fünf obe­ren Zenden frei. 1795 gibt sich die Talschaft eine eige­ne Verfassung.

Die Lötschentaler waren bis weit in das 20. Jahrhundert hin­ein selbst­ver­sor­gen­de Bauern. Ab 1849 waren eini­ge Lötschentaler in den Bleiminen von Goppenstein tätig und ver­dien­ten ein Zubrot oder sie arbei­te­ten ab 1898 in der Lonza in Gampel/Steg. Der Tourismus voll­zog sich durch die geo­gra­phi­schen Bedingungen sehr lang­sam und erleb­te erst mit der Eröffnung der Lötschbergbahn (BLS) 1913 einen nen­nens­wer­ten Aufschwung. Der Tourismus als wirt­schaft­li­ches Standbein des Tales ent­wickel­te sich erst in den 70er Jahren des letz­ten Jahrhunderts.

Bevölkerung

1930248 Einwohner
1960400 Einwohner
1980404 Einwohner
1990412 Einwohner
2000310 Einwohner
Heute333 Einwohner

Altersstruktur

0 - 15 Jahre31 Personen9 %
16 - 65 Jahre178 Personen54 %
über 65 Jahre124 Personen37 %

Schulen

3 Kindergartenschülerin Wiler
17 Primarschülerin Wiler
5 Sekundarschülerin Kippel

Gemeindefläche

Wald52 ha
Landwirtschaftliche Nutzfläche622 ha
Siedlungsfläche13 ha
unpro­duk­tiv481 ha
Total1’168 ha

Das Dorf Kippel liegt auf 1’376 m.ü.M. und befin­det sich in der Bergzone IV und hat Sömmerungsgebiete. Das Gemeindegebiet beginnt unter­halb des Dorfes auf ca. 1’350 m.ü.M. und erstreckt sich auf der Nordseite bis zum Hockenhorn auf 3’293 m.ü.M. und auf der Südseite bis zur Hogleifa auf 3’278 m.ü.M.

Erwerbsstruktur

2Landwirtschaftsbetriebe Haupterwerb
1Landwirtschaftsbetriebe Nebenerwerb
1Forstwirtschaft (Talbetrieb)
1Handwerks- und Industriebetrieb
13Dienstleistungsbetriebe

Vereine

14 Vereine, unter ande­rem der Kirchenchor, die Musikgesellschaft, der Frauen- und Mütterverein, der Jugend-, der Kultur- und diver­se Sportvereine bie­ten in Kippel ein reges Vereinsleben an.

Tourismus

Kippel war schon vor der Naturkatastrophe in Blatten kein Ort für Massentourismus. Auch wenn Kippel nicht direkt betrof­fen ist, so hat die Naturkatastrophe den­noch Auswirkungen auf den Tourismus in Kippel.

Das ein­zi­ge grös­se­re Tourismusgebiet im Tal ist die zur Gemeinde Wiler gehö­ren­de Lauchernalp. Eine Seilbahn führt dort hin­auf. Im Winter gilt die Alp als schnee­si­che­res Skigebiet. Im Sommer ist die Lauchernalp Ausgangspunkt für zahl­rei­che Wanderungen. 2 Hotels mit total 43 Betten, 13 Ferienwohnungen, eine Gruppenunterkunft sowie 1 Restaurant ste­hen den Gästen zur Verfügung.

Die finanzielle Lage der Gemeinde

Nettoverschuldung pro Kopf 2025Fr.7’519.86
Steuereinnahmen pro Kopf 2025Fr.4’053.80
Ausgabenüberschuss 2025Fr.39’377.22
Abschreibungen 2025Fr.336’817.60
Finanzausgleichsbeitrag 2025Fr.245’950.--
Besondere Einnahmen (Konzession, Klein-KW)Fr.163’896.--
Gemeindesteuerfuss1.4
Höchster Steuerfuss im Kanton1.5
Tiefster Steuerfuss im Kanton1.0

Direkte Bundessteuer pro Kopf 2022:

Gemeinde KippelFr.680.--
Kanton WallisFr.1’726.--
SchweizFr.3’008.--

Zum Projekt

Der histo­ri­sche Dorfkern von Kippel besteht aus schö­nen, alten Holzhäusern und ist über zwei, gröss­ten­teils gepfla­ster­te Strassen erschlos­sen, wel­che dem Dorfbild viel Charakter geben. Diesen gilt es zu erhal­ten, zumal der Dorfkern von Kippel im Bundesinventar ISOS der «schüt­zens­wer­ten Ortsbilder der Schweiz» erfasst und regi­striert ist.

Die vor­han­de­ne Bausubstanz bei den Gassen ange­fan­gen bei den Werkleitungen bis hin zur bestehen­den Pflästerung weist jedoch alters­be­ding­te Schäden auf, und es fehlt an einem ein­heit­li­chen Strassenraum. Die Begehbarkeit der Strassen, ins­be­son­de­re für die älte­ren Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für Gäste, ist ein­ge­schränkt und eine Schwarzräumung im Winter kann nicht mehr durch­ge­hend gewähr­lei­stet werden.

Die Werkleitungen wei­sen gross­mehr­heit­lich noch ein Mischsystem auf. Gemäss Vorgabe auf Bundes- und Kantonsebene gilt es, dies zu ver­mei­den und der bestehen­de gene­rel­le Entwässerungsplan muss umge­setzt wer­den. Die Pflästerung beein­flusst und gestal­tet den Dorfkern aktiv mit. Das Erscheinungsbild ist durch die Natursteinpflästerung geprägt und soll auf­grund der archi­tek­tur­hi­sto­ri­schen Qualitäten erhal­ten bleiben.

Die Gemeinde sieht nun eine Gesamtsanierung des umfas­sen­den Strassenraums zwi­schen den jewei­li­gen Fassaden der bei­den Dorfstrassen vor. Folgende Arbeiten wer­den ausgeführt:

  • Erneuerung des Strassenoberbaus (mit ein­heit­li­chem Strassenraum)
  • Einführung und Ausbau des Trennsystems in bei­den Strassen
  • Optimierung des Leitungsverlaufs und Strassenentwässerung
  • Optimierung der Begehbarkeit und Bewirtschaftung

Das Projekt und der Kredit wur­den an der Urversammlung vom 15. Dezember 2023 geneh­migt und beschlossen.

Die Arbeiten wur­den am 20. Juli 2026 in Angriff genom­men und wer­den rund 2 Jahre dauern.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten für die Sanierung set­zen sich wie folgt zusammen:

StrassenbauarbeitenFr.1’311’041.85
PflästerungenFr.580’947.65
ErschütterungsmessungenFr.18’995.15
BestandesaufnahmenFr.2’380.--
IngenieursleistungenFr.53’715.40
GesamtkostenFr.1’967’080.05

Die Finanzierung sieht fol­gen­der­mas­sen aus:

GesamtkostenFr.1’967’080.05
./. Eigene MittelFr.138’000.--
Noch zu finan­zie­ren­de RestkostenFr.1’829’080.05

Der Gemeinde Kippel und der Bevölkerung bedeu­tet der alte und histo­ri­sche Dorfkern viel. Dieser wider­spie­gelt die histo­ri­sche Entwicklung eines typi­schen Walliser Dorfes und gibt einen archi­tek­to­ni­schen Rückblick über das Lötschental.

Die Sanierung der Dorfstrassen ist not­wen­dig, denn sowohl der win­ter­li­che Unterhalt als auch die Begehbarkeit der Strassen für die älte­re Bevölkerung und Gäste ist auf­grund des maro­den Zustandes der Strassen nur beschränkt gegeben.

Eine finan­zi­el­le Unterstützung an die­ses Projekt kön­nen wir Ihnen wärm­stens empfehlen.

Bis heu­te konn­ten wir Spenden von Fr. 5’000.-- vermitteln.