MutterkheEbenwald
KheaufdemWeginsUnterprecht
MelsSGKheaufderAlp
MelsSGFrhlingaufOberprecht
Unterprecht
GaltkheAlpSchwarzenberg
HerbstAlpSchwarzenberg
KuhAlpSchwarzenberg
AlpabfahrtEbenwald1
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Sanierung der Wasserversorgung auf den Alpen Precht, Schwarzenberg, Hochschwendi, Ebenwald und Vorderspina

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Gemeinde

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Bericht

Mels SG

Die Gemeinde Mels ist flä­chen­mäs­sig die gröss­te Gemeinde im Kanton St. Gallen und liegt mit dem Hauptort Mels (497 m.ü.M.) und Heiligkreuz in der Ebene des Seeztales, fast zusam­men­ge­wach­sen mit dem benach­bar­ten Sargans. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom tief­sten Punkt an der Seez (456 m.ü.M.) mit klei­nem Teil am sonn­sei­ti­gen, sehr stei­len und schwer zugäng­li­chen Waldhang unter­halb des Gonzen bis zum Tschuggen (1’880 m.ü.M.) hin­auf. Der gröss­te Teil reicht jedoch gegen Südwesten ins Weisstannental hin­ein, bis zum Risetenpass und den Kreten des Foostocks, Gross-Schibe (2’937 m.ü.M.) und Pizol/Graue Hörner hin­auf. Gegen Osten, im Gebiet der fla­chen Melser-Au, grenzt die Gemeinde bis Fläsch auch an den Rhein. Zu den Nachbargemeinden gehö­ren Sargans, Wartau, Flums, Matt GL, Elm GL, Pfäfers, Bad Ragaz, Vilters Wangs und Fläsch GR.

Die poli­ti­sche Geschichte der Gemeinde Mels darf als eine der eigen­wil­lig­sten und inter­es­san­te­sten des Kantons bezeich­net wer­den. Sie hängt offen­bar weit­ge­hend mit der Bevölkerungsstruktur zusam­men. Das räti­sche Element, gemischt mit ale­man­ni­schen Einwanderern, hat einen hei­mat­treu­en und schol­len­ver­bun­de­nen Volksschlag geschaffen.

Im Weisstannental haben sich freie Walser aus den bünd­ne­ri­schen Walserkolonien Davos und Rheinwald um 1300 als drit­tes Volkselement ange­sie­delt. Ihre frei­heit­li­chen Institutionen ver­fehl­ten dem­nach im jahr­hun­der­te lan­gen Ringen um Selbstbestimmungsrechte nicht ihre Wirkung auf die Mitlandsleute. Die Ablösung der räti­schen Grundherrschaft nach dem Vorbild Roms, die auch im Sarganserland lang­sam aber ste­tig unter Einflüssen aus dem Norden zer­bröckel­te, führ­te zu den heu­ti­gen Ortsgemeinden. Das Verfügungsrecht der Bürgergemeinden über die Allmenden, Alpgebiete und Wälder bil­de­te beson­ders in den Bergzonen den eigent­li­chen wirt­schaft­li­chen Hintergrund.

Bevölkerung

19304’505 Einwohner
19605’445 Einwohner
19806’235 Einwohner
20007’853 Einwohner
Heute9’499 Einwohner

Altersstruktur

0 - 15 Jahre1’599 Personen17 %
16 - 65 Jahre6’148 Personen65 %
über 65 Jahre1’752 Personen18 %

Schulen

208 Kindergartenschülerin Mels, Heiligkreuz, Stoffel und Weisstannen
606 Primarschülerin Mels, Heiligkreuz und Weisstannen
301 Oberstufenschülerin Mels

Die Kinder aus den Weilern wer­den zum Teil mit dem Schulbus befördert.

Gemeindefläche

Landwirtschaftliche Nutzfläche5’900 ha
Wald4’100 ha
Siedlungsfläche400 ha
unpro­duk­tiv3’600 ha
Total14’000 ha

Der Hauptort Mels liegt auf 497 m.ü.M. Das Gemeindegebiet liegt in den Bergzonen I bis IV und im Sömmerungsgebiet.

Erwerbsstruktur

56haupt­be­ruf­li­che Landwirtschaftsbetriebe
24Nebenerwerbslandwirtschaftsbetriebe
3Forstwirtschaft
115Handwerk und Industrie
436Dienstleistungssektor

Vereine

Insgesamt 109 Vereinen prä­gen das gesell­schaft­li­che Leben. Das gros­se Angebot reicht von Sport bis Kultur.

Tourismus

Wer das Unverfälschte, Natürliche und Ursprüngliche sucht, ist in Mels rich­tig. Auf dem Dorfplatz von Mels erwar­tet die Bevölkerung im Herbst das Vieh nach der Alpabfahrt. Ebenso wer­den dort Feste gefei­ert oder Märkte abge­hal­ten. Schnell ist man vom Dorfzentrum in der Natur.

Im Weisstannental kann man die wil­de Bergwelt erle­ben. Aber auch ums Dorf erwar­tet den Erholungssuchenden manch schö­ner Spaziergang. Sei es um den idyl­li­schen Chapfensee her­um, dem Bach ent­lang oder auf dem Geoweg. Danach kann man in einem der 13 Gasthäuser ein­keh­ren und die Spezialitäten, wie zum Beispiel den Alpkäse mit einem fei­nen Glas «Melser» genies­sen. Für Übernachtungsmöglichkeiten sor­gen drei Hotels sowie 42 Ferienhäuser oder Ferienwohnungen und Gruppenunterkünfte.

Finanzielle Lage der Gemeinde 2024

Nettoverschuldung pro KopfFr.1’817.--
Steuereinnahmen pro KopfFr.3’019.67
AbschreibungenFr.3’835’492.95
Rechnungsergebnis posi­tivFr.1’337’252.65
Finanzausgleichsbeiträge net­toFr.6’985’100.--
Besondere Einnahmen (Regalien, Konzessionen)Fr.468’065.83
Steuerfuss125 %
Höchster Steuerfuss im Kanton139 %
Niedrigster Steuerfuss im Kanton61 %

Direkte Bundessteuer natür­li­cher Personen pro Kopf 2022:

Gemeinde MelsFr.1’362.--
Kanton St. GallenFr.1’879.--
SchweizFr.3’008.--

Die Ortsgemeinde Mels

Der Name Ortsgemeinde, wie wir ihn heu­te ken­nen, kam in Mels erst nach 1800 auf. Vorher sprach man von Kirchspiel, Kirchhöri, Gnosamy oder ein­fach von Gmeind. Die Ortsgemeinde Mels scheint sich aus dem älte­sten Verband, dem Kirchspiel ent­wickelt zu haben, zu dem auch Weisstannen, Vilters und Wangs gehör­ten. Zur Wahrung von Rechten und Pflichten in der Gemeinde bestimm­te man Verhandlungsdelegationen. Hier sind die ersten Ansätze des Ortsverwaltungsrates zu erken­nen. Zwölf gewähl­te Ratsmänner mit einem Vorsteher an der Spitze lei­te­ten die Geschicke des Gemeinwesens. Ihre Kompetenzen waren klein und abhän­gig von der Zustimmung der Grundherren. Weil es aber noch kei­ne Kirchgemeinde, kei­ne Schulgemeinde und schon gar kei­ne Politische Gemeinde gab, laste­te auf den «Zwölfern» ein gerüt­tel­tes Mass an Verwaltung und Organisation. Das bes­ser­te sich erst nach der Gründung des Kantons St. Gallen vor 200 Jahren. Die Ortsgemeinde hat wäh­rend Jahrhunderten unter dem gene­rel­len Namen Gmeind für Recht und Ordnung gesorgt. Ihre geschicht­li­chen Verdienste sind unverkennbar.

Die Ortsgemeinde Mels ist heu­te eine öffentlich-rechtliche Körperschaft inner­halb der Politischen Gemeinde Mels und hat 2’827 Ortsbürger. Sie hat histo­ri­sche Wurzeln und ist bis heu­te recht­lich und orga­ni­sa­to­risch eigen­stän­dig tätig. Sie unter­schei­det sich von der poli­ti­schen Gemeinde Mels indem sie vor allem bür­ger­li­che Rechte, Grundbesitz und bestimm­te Aufgaben des Gemeinwesens wahr­nimmt. Ihre Hauptfunktion besteht in der Verwaltung des Ortsgemeindebesitzes, ins­be­son­de­re von Wäldern, Liegenschaften und Allmenden. Zudem über­nimmt sie Aufgaben im Forstwesen, in der nach­hal­ti­gen Nutzung von Ressourcen sowie in kul­tu­rel­len und gemein­schaft­li­chen Belangen der Ortsbürger. Ihre Leistungen kom­men der Allgemeinheit zugute.

Finanzielle Lag der Ortsgemeinde Mels 2024

EinnahmenFr.4’541’929.44
AusgabenFr.4’094’655.51
ErtragsüberschussFr.447’263.93
Flüssige MittelFr.2’908’463.74
GuthabenFr.394’848.51
Aktien und AnteilscheineFr.61’458.--
GrundstückeFr.21’117’000.--
FremdkapitalFr.297’682.35
FondsFr.391’278.35

Die Ortsgemeinde Mels muss­te in den letz­ten Jahren zahl­rei­che Arbeiten aus­füh­ren, wie die Instandstellung von Alpen und Zufahrtsstrassen, Bau einer Fernheizung usw.

In näch­ster Zeit sind wei­te­re Bauvorhaben oder Anschaffungen geplant. Für die jähr­lich nor­ma­len anfal­len­den Kosten braucht die Ortsgemeinde ein beträcht­li­ches Grundkapital.

Zum Projekt

Die Alpen der Ortsgemeinde Mels lie­gen süd­west­lich der Ortschaft Mels zwi­schen 900 und 1’800 m.ü.M. Die Gesamtfläche der Alpen beträgt 800 ha. Für die Sömmerung von ca. 300 Vieh und 50 Schafen ste­hen knapp 300 ha Alp- und Waldweiden zur Verfügung. Die Alpen sind von Mels her mit Strassen erschlos­sen. Abgelegene Weidegebiet sind mit Geländefahrzeugen oder nur zu Fuss erreichbar.

Die Alpen Precht, Schwarzenberg, Hochschwendi, Ebenwald und Vorderspina sind ein wich­ti­ger Bestandteil der Alpwirtschaft der Ortsgemeinde Mels, auf Territorium der poli­ti­schen Gemeinde Mels.

Die Alpen kön­nen nicht wirt­schaft­lich betrie­ben wer­den und die jewei­li­gen Defizite wer­den von der Ortsgemeinde Mels getra­gen. Auf den bei­den Alpen Precht und Schwarzenberg wer­den 110 Kühe gesöm­mert. Die Alp Ebenwald wird mit einer Mutterkuhherde von 95 Stück bestos­sen. Auf der Alp Hochschwendi wer­den 50 Stück Galtvieh gealpt, und die Vorderspina ist an die Schafzuchtgenossenschaft Mels ver­pach­tet, die die Alp mit ins­ge­samt 50 Schafen bestösst.

Die Alpen ver­pflich­ten auch, in eine not­wen­di­ge und zeit­ge­mäs­se Infrastruktur zu inve­stie­ren. Die Ortsgemeinde Mels hat denn auch in den letz­ten Jahren nam­haf­te Investitionen bei den Alpgebäuden und Strassenerschliessungen getä­tigt. Gegenstand des vor­lie­gen­den Gesuches ist nun die Wasserversorgung der Alpen.

Eine qua­li­ta­tiv gute und aus­rei­chen­de Wasserversorgung der Alpen ist unab­ding­ba­re Voraussetzung für deren Funktionsfähigkeit. Langanhaltende hohe Temperaturen und Trockenperioden, gros­se Unterschiede bei der Niederschlagsmenge, kaum vor­han­de­ne Wasserreserven bedingt durch schnee­ar­me Winter erschwe­ren deren Betrieb. Viele Tränkeanlagen auf den Alpen sind sehr alt und Defekte an Quellfassungen und Leitungen waren in den letz­ten Jahren nur not­dürf­tig repa­riert wor­den. Einlauf- oder Schieberschächte, mit denen die Wasserzufuhr gere­gelt und gewähr­lei­stet wer­den kann, sind aktu­ell nur bei einem gerin­gen Teil der Brunnen vor­han­den. Dies war auch der Anstoss für die Alpverantwortlichen, die Sanierung der Wasserversorgung gesamt­heit­lich anzu­ge­hen und über das gan­ze Alpgebiet Mels ein Instandsetzungsprojekt aus­ar­bei­ten zu lassen.

Auf allen Alpen müs­sen unter ande­rem zahl­rei­che Weidebrunnen und deren Zuleitungen ersetzt wer­den. Insgesamt 7 neue Quellfassungen müs­sen erstellt wer­den, eine wird saniert. Eine neue Brunnenstube und der Abriss sowie die Erstellung des Reservoirs auf der Alp Percht sind eben­falls erfor­der­lich. Precht ist die ein­zi­ge Alp mit eige­ner Milchverwertung. Käse und Butter wer­den im Herbst anteils­mäs­sig an die Bestösser verteilt.

Der Bruttokredit wur­de durch die ordent­li­che Bürgerversammlung am 8. April 2025 genehmigt.

Mit dem Bau soll im August 2026 begon­nen wer­den. Die Arbeiten sol­len bis Oktober 2029 abge­schlos­sen wer­den können.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten sehen gemäss Zusammenstellung wie folgt aus:

Wasserversorgung Alp SchwarzenbergFr.210’000.--
Wasserversorgung Alp HochschwendiFr.140’000.--
Wasserversorgung Alp EbenwaldFr.210’000.--
Wasserversorgung Alp Precht, inkl. LangwiesenFr.460’000.--
Unvorhergesehenes, RundungFr.150’000.--
Honorar (exkl. Umwelt) und GebührenFr.170’000.--
MwSt. 8.1 %Fr.110’000.--
GesamtkostenFr.1’450’000.--

Die Finanzierung ist fol­gen­der­mas­sen vorgesehen:

GesamtkostenFr.1’450’000.--
./. Subvention Bund und Kanton *Fr.495’560.--
./. Beitrag alpinfraFr.150’000.--
./. Eigenmittel der Ortsgemeinde MelsFr.400’000.--
Noch zu finan­zie­ren­der RestbetragFr.404’440.--
  • * Die defi­ni­ti­ve Beitragszusicherungen sind noch ausstehend.

Mit der siche­ren Versorgung der Alpen mit aus­rei­chend sau­be­rem Wasser ist für den Weiterbetrieb zwin­gend. Damit kann die Gefahr von Ertrags- und Betriebsausfällen sowie Erkrankungen der Tiere mini­miert wer­den. Dies lei­stet einen wich­ti­gen Beitrag für den Fortbestand der Alpen in den näch­sten Jahrzehnten.

Die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Alpen wird als hoch ein­ge­stuft, unter ande­rem, weil Käse pro­du­ziert wird und Übernachtungsmöglichkeiten vor­han­den sind. Gesunde Alpprodukte kön­nen nur pro­du­ziert wer­den, wenn das Vieh gesund ist und die Bewirtschafter die Milch nach den gefor­der­ten hygie­ni­schen Bedingungen ver­ar­bei­ten kön­nen. Damit die Alpen wei­ter­hin erfolg­reich bewirt­schaf­tet wer­den kön­nen, müs­sen die­se wich­ti­gen Investitionen in die Wasserversorgung getä­tigt werden.

Die Alpen haben für vie­le Bauernfamilien eine exi­sten­ti­el­le Bedeutung: Sie erwei­tern die betriebs­ei­ge­ne Futtergrundlage. Daneben gilt es auch ihre gesell­schaft­li­che Bedeutung zu beach­ten, zur Erhaltung der viel­fäl­ti­gen Natur und Landschaft und auch als leben­di­ges Fenster für die Lebens- und Arbeitsweisen der Älpler.

Eine Unterstützung die­ses sym­pa­thi­schen Projektes kön­nen wir Ihnen wärm­stens empfehlen.

Bis heu­te konn­ten wir für die­ses Projekt Spenden in der Höhe von Fr. 300’100.-- vermitteln.