Teilsanierung Wasserversorgung Eggberge, Phase 2, Hauptleitungsersatz
Altdorf ist der Hauptort des Kantons Uri, und der Ortskern liegt auf 458 m.ü.M. in der Reussebene, wenig oberhalb der Mündung der Reuss in den Urnersee. Die westliche Grenze bildet die Reuss, bis kurz vor deren Mündung auf 434 m.ü.M., die südöstliche Grenze verläuft mit knapp 50 m Abstand parallel zum untersten Stück des Schächenbaches. Dazwischen erstreckt sich im ebenen, sehr stark, fast vollständig besiedelten Gemeindeteil die Hälfte des gesamten Gemeindegebietes. Die zweite Hälfte gegen Norden bildet der sehr steile und vollständig bewaldete Berghang bis hinauf zur Sonnenterrasse und Streusiedlung Eggberge (1’410 - 1’678 m.ü.M.) am Westhang der Höch-Egg (1’785 m.ü.M.).
Das Dorfbild zeichnet sich durch prächtige Herrenhäuser und von heimgekehrten Söldnerführern errichtete Palazzi aus. Gut erhalten ist zum Beispiel der Herrensitz «Im Eselmätteli» (1684 - 1666) mit einer reichen Innenausstattung aus der Zeit des Spätbarocks und Rokokos. Ein besonderes Ensemble ist der Kirchenbezirk, bestehend aus der Pfarrkirche St. Martin, der Beinhauskapelle St. Anna, der Ölbergkapelle und dem Friedhof.
Oberhalb des Ortes befindet sich das älteste Kapuzinerkloster der Schweiz aus dem Jahre 1581. Es ist zugleich das erste Kapuzinerkloster, das nördlich der Alpen errichtet wurde. Im Jahre 2009 verliessen die letzten Kapuziner das Kloster. Heute ist es ein Kulturkloster. Kapuzinerinnen waren von 1677 bis 2004 ebenfalls im Ort vertreten.
Altdorf brannte 1400, 1693 und 1799 ganz oder teilweise ab. Am 5. April 1799 - Altdorf war von den Franzosen besetzt - waren 400 Gebäude betroffen, darunter 225 Wohnhäuser. Nach dem letztgenannten Vorfall wurde das Rathaus von Uri 1805/08 durch Architekt Niklaus Purtschert neu erbaut.
Einzelfunde auf dem Gemeindegebiet von Altdorf gehen bis in die Bronzezeit zurück und häufen sich ab der späten La-Tène-Zeit. Die Anwesenheit von Alemannen ist für das 7. Jahrhundert nachgewiesen. Die frühste Erwähnung des Orts als «Alttorf» stammt aus dem Jahre 1223; der Ortsname ist allem Anschein nach einer Zusammensetzung aus den Wörtern «alt und dorf» und könnte darauf hinweisen, dass zur Zeit der alemannischen Einwanderung schon eine geschlossene Siedlung bestand.
Altdorf ist laut dem Stück von Friedrich Schiller der Schauplatz des Apfelschusses von Wilhelm Tell. Nachdem dieser sich weigerte, Gesslers Hut auf der Stange zu grüssen, wurde er von Gessler dazu gezwungen, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schiessen. Dies soll sich auf dem Altdorfer Marktplatz ereignet haben, wo deswegen 1895 am Fusse eines alten Turms (Türmli) das Telldenkmal, eine Bronzestatue des Zürchers Richard Kissling, die Tell und seinen Sohn zeigt, errichtet wurde. 1899 wurde nahe dem Ort ein Theater (Tellspielhaus) eröffnet mit dem alleinigen Zweck, Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell aufzuführen.
1899 wurde die Klausenpassstrasse eröffnet, die von Altdorf aus durch das Schächental und über den Klausenpass (1’948 m.ü.M.) nach Linthal im Kanton Glarus führt.
Bevölkerung
| 1960 | 7’405 Einwohner |
| 1990 | 8’411 Einwohner |
| 2000 | 8’679 Einwohner |
| heute | 10’000 Einwohner |
Altersstruktur
| 0 - 15 Jahre | 1’425 Personen | 14 % |
| 16 - 65 Jahre | 6’425 Personen | 64 % |
| über 65 Jahre | 2’150 Personen | 22 % |
Schulen
| 217 Kindergartenschüler | in Altdorf |
| 651 Primarschüler | in Altdorf |
| 182 Real- und Sekundarschüler | in Altdorf |
| 77 Mittelschüler | in Altdorf |
Gemeindefläche
| Landwirtschaftliche Nutzfläche | 454 ha |
| Wald | 392 ha |
| Siedlungsfläche | 163 ha |
| unproduktiv | 12 ha |
| Total | 1’021 ha |
Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 458 m.ü.M. bis auf 1’785 m.ü.M. und liegt in der Hügelzone und in den Bergzonen I, II, III und IV.
Erwerbsstruktur
| 43 | Landwirtschaftsbetriebe Haupterwerb |
| 38 | Landwirtschaftsbetriebe Nebenerwerb |
| 5 | Forstwirtschaft |
| 1’673 | Handwerk und Industrie |
| 2’986 | Dienstleistungssektor |
Die wichtigsten Arbeitgeber sind in Altdorf die Dätwyler AG, die Kantonale Verwaltung und das Kantonsspital Uri. Rund 38 % aller Arbeitsstellen im Kanton werden in Altdorf angeboten.
Vereine
Das rege gesellschaftliche Leben spielt sich in Altdorf in 130 Vereinen ab, darunter Sport-, Kultur-, Musik-, Theater-, Jugend- und sozialen Vereinen.
Tourismus
Altdorf liegt im unteren Reusstal südlich des Vierwaldstättersees und ist idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Ferienregion Uri, die vielfältige und attraktive Angebote zu bieten hat.
Im Städtchen gibt es viel Altes und Neues zu entdecken: Das weltberühmte Telldenkmal erinnert noch heute an die Schweizer Ursprungsgeschichte. Das vielfältige Kulturangebot von den traditionellen Tellspielen bis zum modernen Musikfestival «Alpentöne» strahlt weit über Uri hinaus. Die zu Altdorf gehörende Sonnenterrasse Eggberge ist im Sommer wie auch im Winter ein begehrtes Ausflugsziel. Das Wander- und Bikeparadies rund um Altdorf hält für alle etwas bereit: Die Wanderer und Biker begeben sich auf eine der zahlreichen Höhenwanderungen, stürmen die Gipfel und entdecken die saftigen grünen Alpen. Viele Alpenbetriebe laden zu Speis und Trank ein. Dort kann man ein Glas frische Bergmilch geniessen oder den berühmten Urner Alpkäse probieren. Die herrliche Aussicht und die gesunde Bergluft gibt es umsonst.
Im Winter laden die Eggberge zum Sonnentanken und Verweilen ein. Das Winterparadies hoch über dem Vierwaldstättersee ist optimaler Ausgangspunkt für Winterwanderungen und Schneeschuhtouren. Das kleine familiäre Skigebiet mit grandioser Aussicht über den See und das Bergpanorama bietet Gross und Klein ein gemütliches Pistenerlebnis.
Den Gästen stehen in der Region Altdorf 4 Hotels mit 80 Hotelbetten sowie 96 Ferienhäuser und 128 Ferienwohnungen, 2 Gruppenunterkünfte. Für das leibliche Wohl ist in 34 Restaurants gesorgt.
Die finanzielle Lage der Gemeinde Altdorf
| Nettoverschuldung pro Kopf 2024 | Fr. | 354.64 |
| Steuereinnahmen pro Kopf 2024 | Fr. | 2’534.80 |
| Einnahmenüberschuss 2024 | Fr. | 498’867.23 |
| Abschreibungen 2024 | Fr. | 2’263’113.29 |
| Finanzausgleichsbeitrag 2024 | Fr. | 1’268’710.-- |
| Besondere Einnahmen 2024 | Fr. | 528’171.95 |
| Gemeindesteuerfuss 2024 | 95 % | |
| Höchster Steuerfuss im Kanton UR | 120 % |
Direkte Bundessteuer pro Kopf 2022
| Gemeinde Altdorf | Fr. | 1’774.-- |
| Kanton Uri | Fr. | 1’567.-- |
| Schweiz | Fr. | 3’008.-- |
Die Hauptgründe der Verschuldung liegen in sehr grossen Investitionen in der Vergangenheit wie zum Beispiel von diversen Strassensanierungen inkl. Wasser und Kanalisation, Erweiterung des Schulhauses Hagen und der Tiefgarage Gemeindehausplatz. Der neue Bahnhof Altdorf inklusive Bushaltestellen und die flankierenden Massnahmen im Dorfkern Altdorf sowie ein neues Tanklöschfahrzeug und die Mitbeteiligung an der Instandsetzung der Eggberge-Seilbahn belasten den Finanzhaushalt stark.
Wasserversorgungsgenossenschaft Eggberge
Die Wasserversorgungsgenossenschaft Eggberge besteht seit 1954 und hat 119 Mitglieder. Es sind alles Personen, die im Einzugsgebiet der Wasserversorgungsanlage Grundeigentum besitzen. Sie verpflichten sich zur Übernahme der Nachschusspflicht (beschränkt auf Fr. 5’000.--). Die Wasserversorgungsgenossenschaft Eggberge bezweckt in gemeinsamer Selbsthilfe die Erstellung, den Betrieb und Unterhalt einer Wasserversorgungsanlage im Gebiet Eggberge. Durch diese Wasserversorgungsanlage sollen die auf Eggberge befindlichen Quellen bestmöglichst gefasst und in technisch und hygienisch einwandfreien Leitungen zu den einzelnen Liegenschaften geführt werden.
Im Gebiet Eggberge sind ca. 90 Personen ganzjährig ansässig, davon sind 7 Landwirtschaftsbetriebe mit 81 Grossvieheinheiten (GVE) und 40 GVE als Stufenbetrieb.
Die finanzielle Lage der Wasserversorgungsgenossenschaft Eggberge
Die Jahresrechnung 2023 der Wasserversorgungsgenossenschaft Eggberge weist Einnahmen von Fr. 52’670.05 aus Wassertaxen und Anschlussgebühren sowie Ausgaben (inkl. Abschreibungen und Übertrag in den Erneuerungsfonds) von Fr. 47’282.10 und einen bescheidenen Ertragsüberschuss von Fr. 5’387.95 aus.
Die Bilanz 2023 sieht wie folgt aus:
| Flüssige Mittel | Fr. | 91’533.-- |
| Anlagen | Fr. | 21’334.-- |
| Erneuerung Wasserleitungen Phase 1 | Fr. | 407’656.32 |
| Erneuerung Wasserleitungen Phase 2 (Planung) | Fr. | 31’902.30 |
| Erneuerungsfonds | Fr. | 95’014.37 |
| Genossenschaftskapital | Fr. | 15’100.-- |
| Schulden | Fr. | 0.-- |
Projekt
Bestehende Verhältnisse vor Baubeginn
In den Jahren 1957/58 wurde die 1. Etappe der neuen Wasserversorgung errichtet. Schon 1969 folgte die 2. Ausbauetappe und im Jahr 2000 wurde auch das Reservoir auf das heutige Volumen von 147 m3 erweitert. Davon sind 40 m3 Brauch- und 107 m3 Löschwasser, was einer genügenden Menge entspricht.
Die heute zum Teil über 65 Jahre alten Anlagen werden nun etappenweise erneuert. Sie genügen nur noch teilweise den heutigen Vorschriften des Laboratoriums der Urkantone. Die Anlage ist in den letzten Jahren auch sehr störungsanfällig geworden, seien es die Quellwasserfassungen im Gebiet Chäserberg/Ried, die elektrischen Komponenten oder auch Rohrbrüche im Hauptleitungsnetz (alte Eternitleitungen). Das Reservoir Chrüzegg ist in gutem Zustand.
Die zukünftige Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und der Löschwasserreserven führte zu einem Gesamt-Sanierungsprojekt in 2 Phasen. Etappe 1 wurde im Jahr 2021 ausgeführt und konnte im Herbst 2021 mit Unterstützung unserer Gönnerinnen und Gönnern erfolgreich abgeschlossen werden.
Massnahmen 2. Etappe
In der 2. Etappe sollen die bestehenden Wasserleitungen zwischen dem Reservoir Chrüzegg und bis Unter Eggberg erneuert werden. Ebenfalls soll die bestehende Wasserleitung von der Brunnenstube Chäserberg bis zum Reservoir Chrüzegg erneuert werden. Zusätzlich soll die bestehende Wasserleitung vom Quellsammelschacht Chäserberg/Ried, der bereits im Jahr 2021 erstellt wurde, bis zur Brunnenstube Chäserberg neu erstellt werden.
Die neue Wasserleitung tangiert im Bereich Chrüzegg auf einer Länge von total ca. 760 m eine Trockenwiese und verläuft zwischen dem Quellsammelschacht hinter der Brunnenstube Chäserberg durch Grundwasserschutzzonen. Es handelt sich hier um eine Trockenwiese von nationaler Bedeutung, die im Bundesinventar der Trockenwiesen und Weiden erfasst ist. Schutzziel für dieses Objekt ist die ungeschmälerte Erhaltung, insbesondere Erhaltung und Förderung der spezifischen Pflanzen- und Tierwelt und ihrer ökologischen Grundlagen, sowie eine nachhaltig betriebene Land- und Waldwirtschaft. Somit sollten sämtliche Bauten und Anlagen, wenn immer möglich, ausserhalb dieses Schutzobjektes erstellt werden. Dadurch, dass die Wasserleitung durch die Trockenwiese führt, müssen verschiedene Auflagen berücksichtigt werden. Ausserdem werden die Bauarbeiten durch eine Fachperson begleitet. Um möglichst wenig Grabarbeiten auszuführen, soll die neue Wasserleitung in die bestehende Leitung eingezogen werden. Dazu muss sie an verschiedenen Stellen freigelegt werden. Die Abstände der Öffnungen werden während der Ausführung, je nach Durchgängigkeit der alten Leitung, festgelegt. Sollte das Einziehen nicht möglich sein, müsste die neue Wasserleitung auf der ganzen Länge parallel zur bestehenden Leitung verlegt werden. Bis die neuen Wasserleitungen verlegt sind, bleiben die alten Leitungen in Betrieb. Während den Arbeiten werden etappenweise kurzfristige Wasserunterbrüche erforderlich sein.
Die Arbeiten der 2. Phase wurden an der Generalversammlung vom 24. Juni 2023 beschlossen und einem Kredit von 1.2 Millionen Franken zugestimmt.
Die Landwirtschaftskommission Uri unterstützt dieses Projekt finanziell. Aus Budgetgründen kann die Auszahlung dieses Beitrages aber erst 2026 erfolgen. Aus diesem Grund hat die Wasserversorgungsgenossenschaft beschlossen, die geplanten Arbeiten erst im Jahr 2026 umzusetzen. Der Baustart soll nun am 24. August 2026 erfolgen. Die Arbeiten werden ca. 2 Monate dauern, so dass das Projekt noch im Herbst 2026 abgeschlossen werden kann.
Kosten und Finanzierung
Gemäss Voranschlag sehen die Kosten wie folgt aus:
| Baumeisterarbeiten | Fr. | 292’000.-- |
| Sanitärarbeiten | Fr. | 502’000.-- |
| Provisorien | Fr. | 15’000.-- |
| Sammelschächte | Fr. | 15’000.-- |
| Hydranten | Fr. | 30’000.-- |
| Durckreduzierventil | Fr. | 15’000.-- |
| Nebenkosten | Fr. | 43’850.-- |
| Honorare | Fr. | 147’730.-- |
| Honorare Umweltbegleitung Boden/Hydrogeologie | Fr. | 28’000.-- |
| MwSt. | Fr. | 91’420.-- |
| Unvorhergesehenes | Fr. | 20’000.-- |
| Gesamtkosten | Fr. | 1’200’000.-- |
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
| Gesamtkosten | Fr. | 1’200’000.-- |
| ./. Landwirtschaftskommission Kanton Uri ** | Fr. | 177’000.-- |
| ./. Beitrag Kantonales Feuerinspektorat | Fr. | 26’858.-- |
| ./. Beitrag Korporation Uri | Fr. | 60’000.-- |
| ./. Beitrag Gemeinde Altdorf an Hydranten * | Fr. | 30’000.-- |
| ./. eigene Mittel inkl. Rückstellungen | Fr. | 100’000.-- |
| Restkosten | Fr. | 806’142.-- |
* Die Gemeinde Altdorf wird zu ihrem Beitrag an die Hydranten für die noch verbleibenden Restkosten einen Rahmenkredit leisten, der von der Wasserversorgungsgenossenschaft Eggberge mit jährlichen Raten von Fr. 25’000.-- zurückbezahlt werden muss.
** Zudem wird das Projekt bei der Landwirtschaftskommission Uri behandelt, und es wird abgeklärt, wie hoch der Beitrag des Kantons Uri (Amt für Landwirtschaft) sein wird.
In Anbetracht der bereits ausgeführten und der noch erforderlichen Investitionen hat die Jahresversammlung vom 26. Juni 2021 eine Tariferhöhung beschlossen. Diese wurde auf den 1. Januar 2022 vorgenommen. Dadurch können jährliche Mehreinnahmen generiert werden.
Die Versorgung mit quantitativ genügend und qualitativ einwandfreiem Trinkwasser ist kein Luxus. Sie muss sowohl für Einheimische, für die Landwirtschaft, für die Tiere wie auch für Gäste sichergestellt sein. Die Wasserversorgungsgenossenschaft Eggberge setzt sich mit der Umsetzung der 2. Etappe dafür ein, dass die Wasserversorgung den heutigen hygienischen Anforderungen entspricht. Dafür setzt sie praktisch alle vorhandenen flüssigen Mittel für dieses Projekt ein.
Bei der Umsetzung des 2. Etappe ist die Wasserversorgungsgenossenschaft Eggberge auf die finanzielle Mithilfe von Dritten angewiesen. Deshalb können wir Ihnen eine Unterstützung sehr empfehlen.
Bis heute konnten wir für dieses Projekt Spenden in der Höhe von Fr. 164’000.-- vermitteln.









