Instandsetzung Murgangkanal Val Schais, Fraktion Sta. Maria

Das Projekt

Bestehende Verhältnisse vor Baubeginn

Die Val Schais ist ein murgangfähiger Wildbach mit einem Einzugsgebiet von 1.2 Mio km2. Der Bach entspringt im Umbrailgebiet oberhalb Sta. Maria am Piz Chalderas auf rund 2'780 m.ü.M. und mündet bei Kote 1'345 m.ü.M. in den Rombach. Zusammen mit der Muranzina bildet die Val Schais im Talgrund einen mächtigen Schwemmkegel. Seit Jahrhunderten wird das Dorfgebiet von Sta. Maria von diesen Bächen durch Hochwasser bedroht. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde deshalb damit begonnen, die Val Schais systematisch zu verbauen. Der natürliche Bachlauf wurde bereits am Schwemmkegelhals gefasst und in nordwestlicher Richtung umgeleitet. Diese Bachlaufverlegung hat sich in der Vergangenheit konzeptionell grundsätzlich bewährt.

 

Es sind schon sieben dokumentierte Grossereignisse zu verzeichnen, die die heutige Fraktion Sta. Maria gefährdet und Strassen verschüttet haben oder in erhebliche Rüfen ausmündeten. Im Gebiet Prà da la Bargia ist eine aktive Rutschfläche mit einer rutschenden Masse von 150'000 bis 250'000 m3 vorhanden. Sie bewegt sich im Mittel pro Jahr um 2 m.

 

Der circa 1930 erstellte und 1975/76 erweiterte Murgangkanal ist heute in einem schlechten Zustand. Die Sohlenschwellen sind grösstenteils funktionell intakt. Die Überfallsektionen mit einbetonierter Eisenbahnschiene weisen jedoch Beschädigungen infolge von Abrasion auf. Die Sohlenpflästerung unterhalb der Sohlenschwelle ist grösstenteils schadhaft. Durch Sohleintiefungen ist die Leitmauer abschnittweise unterspült und die Gesamtstabilität bei Grossereignissen gefährdet.

 

Geplante Massnahmen

Die Gemeinde erwog einen Ausbau des Schutzdammes auf das angestrebte Schutzziel eines 100-jährlichen Ereignisses. Dies hätte eine Verbesserung für den Randbereich des oberen Siedlungsgebietes gebracht. Dem wäre aber eine leicht grössere Gefährdung des Dorfzentrums gegenübergestanden.

 

Aus diesem Grunde hat die Gemeinde Val Müstair beschlossen, auf einen Ausbau zu verzichten, jedoch die Instandstellung der bestehenden Schutzbauwerke sofort an die Hand zu nehmen. Denn würde der bestehende und beschädigte Murgangkanal nicht instandgesetzt, so würde bei fortschreitender Ausdehnung der Schwachstellen, die Gefahrenzone mit starker Intensität ausgedehnt und rund 20 Gebäude, die Kantonsstrasse, also die Umbrailpassstrasse und die geplante neue Umfahrung sowie den Campingplatz gefährden.

 

Es ist vorgesehen, durch eine Kanalkonstruktion mit in Beton versetzten Blocksteinen den Kanal an Ort und Stelle instand zu setzen. Die Schadstellen in der Kanalsohle werden lokal mit Blocksteinen ausgebessert und das linke Kanalufer mit einer Böschungsneigung von 2:3 gestaltet. Der bestehende Kanalquerschnitt bleibt geometrisch im Wesentlichen unverändert. Soweit dies aus dem Grundbuch ersichtlich ist, werden für die Realisierung des Projekts keine privaten Rechte beansprucht, die zu enteignen wären. Der betroffene Gewässerabschnitt liegt im Eigentum der Gemeinde Val Müstair.

 

Die Gemeindeversammlung vom 3. Mai 2017 hat das Projekt und den Kredit genehmigt.

 

In einer ersten Etappe wurde mit den Bauarbeiten am 24. Juli 2017 begonnen. Diese wurden am 21. November 2017 eingestellt. Dank guten Witterungsverhältnissen im Herbst konnten mehr Arbeiten ausgeführt werden, als geplant waren. Die zweite Etappe wird im Jahr 2018 durchgeführt, und mit dem Abschluss des gesamten Projektes rechnet man 2019.

Kosten und Finanzierung

Gemäss Voranschlag sind folgende Kosten vorgesehen:
Bauarbeiten inkl. MwSt. Fr. 640'000.--
Überwachungs- und Alarmanlage inkl. MwSt. Fr. 40'000.--
Vermessung, Projektierung, Bauleitung inkl. MwSt. Fr. 100'000.--
Diverses Fr. 20'000.--
Total Kosten Fr. 800'000.--
Die Finanzierung sieht folgendermassen aus:
Total Kosten Fr. 800'000.--
./. Subventionen Bund 35 % Fr. 280'000.--
./. Subvention Kanton nach Wasserbaugesetz 20 % Fr. 160'000.--
./. Subvention Kanton nach Strassengesetz 15 % Fr. 120'000.--
Restkosten Fr. 240'000.--

Das Projekt hat zum Ziel, die Widerstandsfähigkeit der Schutzmassnahmen bei künftigen Murgängen sicherzustellen. Um die Gesamtstabilität der bestehenden Bauten zu gewährleisten, ist eine Instandsetzung des bestehenden Murgangkanals dringend erforderlich.

 

Aus all diesen Gründen können wir Ihnen eine Unterstützung an dieses Projekt sehr ans Herz legen.

 

An das Projekt konnten wir bereits eine Spende in der Höhe von Fr. 4'000.-- vermitteln.