Hüttenersatzbau, Sanierung Trinkwasserversorgung sowie neues Reservoir auf der Alp Unterlaui

Das Projekt

Die Alp Laui liegt im hinteren Weisstannental, in einem geschlossenen, gegen Osten ausgerich-teten Talkessel nordwestlich von Weisstannen. Sie ist über den Viehtriebweg in einem 2-stündi-gen Fussmarsch ab der Talstrasse, bei der Chlosteralp, erreichbar. Es gibt keine Seilbahn!

 

Die angrenzenden Alpen sind: Galans, Kohlschlag, Fans, Siez, Tüls und Chloster. Direkt gegen-über, auf der anderen Talseite, liegt die Alp Valtnov.

 

Die Alp Laui hat drei Staffeln:

Unterlaui ca. 1'600 - 1'850 m.ü.M., Bestossung 3 Wochen im Frühjahr und 1 Woche im Herbst

Oberlaui ca. 1'950 - 2'000 m.ü.M., Hauptalpzeit ca. 7 Wochen.

Prudell ca. 2'150 - 2'350 m.ü.M., Bestossung während ca. 3 Wochen

 

Die durchschnittliche Alpdauer in den letzten 5 Jahren betrug ca. 98 Tage. Im Sommer 2016 wurden wiederum 208 Stück Vieh gesömmert. Aufgrund der sehr guten Futtersituation und guten Betreuung war die volle Bestossung (Mutterkühe und Ziegen) immer gewährleistet.

 

Auf der Alp Laui wird keine Milch verarbeitet.

 

Betreut wird die Alp durch die Alphirtin Kathrin Walser und einer Gehilfin, mit zusätzlich mehreren Aushilfen bei ungünstigen Wetterverhältnissen wie z.B. Schnee.

 

Die Alp Unterlaui liegt auf 1'598 m.ü.M. Sie ist erreichbar ab Näserina in einem ½-stündigen Fussmarsch mit 180 m Anstieg. Zu deren Bewirtschaftung als untere Staffel stehen eine Hirten-hütte und ein Alpstall zur Verfügung. Der Zustand der sehr alten Hirtenhütte, welche vor 1886 gebaut wurde, genügt der heutigen Nutzung nicht mehr. Sie ist nicht isoliert, hat keine sanitären Anlagen, das Wasser ist nur zeitweise und lediglich über einen vor ca. 60 Jahren installierten Gartenschlauch verfügbar. In längeren Trockenzeiten muss das Wasser sogar aus dem nahen Bach geholt werden. Bergseits zerfällt das brüchige Mauerwerk, der Kellerbereich ist überdimen-sioniert und nach heutiger Bewirtschaftung nicht nutzbar. Die Schlafmöglichkeiten sind sehr ein-geschränkt, und die Raumaufteilung ist ungünstig.

 

Nach mehr als zweijähriger Planungs- und Eruierungsphase, unter Mitwirkung verschiedener Experten, entschied man sich zu einer ganzheitlichen Lösung mit einem Hüttenersatz und einer neuen Wasserversorgung.

 

Die bestehende Hirtenhütte wird abgebrochen und durch einen kleineren Neubau (8.30 x 6.50 m) in einer Entfernung von 6 m gegenüber dem bestehenden Alpstall ersetzt. Im EG sind ein Auf-enthaltsraum mit Küche, eine Dusche mit WC und ein Abstellraum vorgesehen, im OG zwei Zimmer.

 

Das Wasser soll bei den bestehenden zwei Steinplanggfassungen neu gefasst werden. Angestrebt werden eine höhere Quellschüttung und eine grössere Höhendifferenz. Ein Reservoir aus Kunststoff mit 3'000 Litern Inhalt ermöglicht zudem, extreme Trockenperioden zu über-brücken. Das Trinkwasser wird ab Reservoir separat zur Hütte geleitet. Zudem wird eine Druckleitung erstellt, welche parallel dazu Wasser auf eine Kleinturbine neben der Hütte führt.

Mit diesen Massnahmen kann eine bessere Nutzung des Wassers erreicht, und der hergestellte Strom kann für das Licht, das Warmwasser und eventuell für die Heizung genutzt werden.

 

Die Prüfung des Quellwassers ergab einen einwandfreien Befund. Gleichzeitig sollen zwei Weid-brunnen in Dachsenboden und Geissegg gespeist werden.

 

An der Alpversammlung vom 24. März 2016 wurde die Variante einer neuen, zeitgemässen Wasserversorgung mit einem Hüttenersatzbau von den Alpbesitzern einstimmig beschlossen.

 

Die Arbeiten sollen, je nach Witterungsverhältnissen, im Mai oder Juni 2018 in Angriff genommen werden. Die Fertigstellung ist im Herbst 2018 vorgesehen.

 

Kosten und Finanzierung

Hüttenersatzbau
Kanalisation, Abwassertank, Erdarbeiten für Kanalisation usw. Fr. 15'000.--
Baustelleneinrichtung, Erdarbeiten, Flüge, Baggertransport usw. Fr. 48'343.--
Baumeisterarbeiten, Zimmermann, Fenster, Spengler, Fr. 220'249.--
Dachdecker, Elektr. Installation, Heizung, Kamin, Sanitäre
Installationen, Küche, Gipser, Schreiner, Boden- und Wandbeläge,
Honorar Zeichner
Möblierung, Inneneinrichtungen Fr. 4'000.--
Umgebungsarbeiten Fr. 5'325.--
Bewilligungen, Versicherungen, Bankzinsen Fr. 4'500.--
Unvorhergesehenes Fr. 22'583.--
Sanierung Trinkwasserversorgung
Kleinst-Turbine usw. für Stromerzeugung Fr. 14'000.--
Leitungen, Schächte, Tanks, Fassungen Fr. 103'000.--
Planungskosten für Elektrisch und Wasser Fr. 14'100.--
Bewilligungen, Gebühren usw. Fr. 3'400.--
Unvorhergesehenes Fr. 15'500.--
Gesamtkosten Fr. 470'000.--
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
Gesamtkosten Fr. 470'000.--
./. Subventionsbeitrag Bund an Wasserversorgung Fr. 39'000.--
./. Subventionsbeitrag Kanton an Wasserversorgung Fr. 36'000.--
./. Subventionsbeitrag Bund und Kanton an Alphütte Fr. 40'000.--
./. Beitrag für Spezialmaterialtransporte Bund Fr. 8'000.--
./. Beitrag Gemeinde Mels Fr. 12'000.--
./. eigene verfügbare Mittel Fr. 40'000.--
./. Darlehen landwirtschaftliche Kreditkasse Fr. 55'000.--
Noch zu finanzierender Restbetrag Fr. 240'000.--

 

Eine nachhaltige Bewirtschaftung der Alp Laui ist nur gewährleistet, wenn die Wasser- und Wohnsituation intakt und zeitgemäss sind.

 

Die neue Wasserversorgung mit dem damit verbundenen Hüttenersatzbau ist unumgänglich und stellt für die Alp Laui ein existentielles Muss für die Zukunft dar. Unter der aktuell gegebenen Situation ist das Beauftragen einer guten Alpbehirtung gefährdet und längerfristig nicht garantiert.

 

Aus den erwähnten Gründen können wir Ihnen eine Hilfeleistung an dieses zukunftsorientierte Projekt sehr empfehlen.

 

Bis anhin konnten wir für dieses Projekt Spenden von Fr. 29'875.80 vermitteln.