Ortsgemeinde Grabs SG / Sanierung Alpwasserversorgung Gamperfin

Das Projekt

Die Alpen sind ein wichtiger Bestandteil der Ortsgemeinde Grabs. Die 5 Alpeinheiten Gamperfin, Ischlawiz, Ivelspus, Voralp mit Unter- und Oberlänggli sowie Naus haben eine Gesamtfläche von 1'518 ha, mit 143 Alphütten und Schöpfen. Das ist die Futterbasis für rund 930 Normalstösse. Die Bestossung erfolgt mit ca. 280 Kühen, 1'300 - 1'400 Jungtieren, 600 - 700 Schafen und 30 - 60 Ziegen während jeweils ca. 3 Monaten bis jeweils spätestens am 25. September.

 

Im Alpgebiet Gamperfin mit 673 ha und 325 Normalstösse ist das Alpwasserversorgungssystem in den 1970er-Jahren in Fronarbeit nur für Tränkezwecke erstellt worden. Die Wassermengen der fünf Quellen "In den Brünnen" (ca. 1'720 m.ü.M.) waren in den letzten 40 Jahren - auch in den trockensten Sommern - für diesen Alpbetrieb ausreichend und genügen auch weiterhin. Aber schon seit einigen Jahren wird die Wasserqualität wegen den sehr schlechten Ergebnissen der Wasserproben beanstandet, und auch die Druckverhältnisse sind wegen zu geringen Rohrdurch-messern ungenügend. Mit punktuellen Eingriffen wurden die Quellfassungen zwar verbessert, aber deren grundlegende Sanierung ist dringend notwendig. Im" Ölberg" wird ein Alpbeizli mit Käserei betrieben, und im Jahre 2002 wurde die Alpsennerei Höhi-Voralp eingeweiht. Dort werden von verschiedenen Alpen rund 120'000 kg Milch zu Käse und anderen Produkten verarbeitet und direkt vor Ort und in der Region verkauft.

 

Dies bedingt eine einwandfreie Wasserversorgung, die eine dem Lebensmittelgesetz entspre-chende Trinkwasserqualität garantiert.

 

Zur Verbesserung von Wasserqualität und Hydraulik der Alpwasserversorgung Gamperfin sind folgende Massnahmen vorgesehen:

 

  • Ersatz von Quell- und Sammelschächten bei den Quellen "In den Brünnen"
  • Das bestehende Reservoir "Stichboden" muss ersetzt werden, weil es die heutigen Anforde-rungen für die Lebensmittelherstellung nicht mehr erfüllt
  • Damit die Filteranlage mit einem Arbeitsdruck von 6 bar betrieben werden kann, muss vor dem Keramikfilter ein Überlaufschacht erstellt werden
  • Bei der Alp "Älpligatter" wird der vorhandene Verteilschacht ersetzt
  • Vom Überlaufschacht führt eine neue Versorgungsleitung zum Reservoir "Stichboden"
  • Ebenfalls neue Versorgungsleitungen werden vom Reservoir bis zur Alp "Älpligatter" und von dort bis zum "Ölberg" erstellt
  • Je nach effektiven Kosten können weitere Verteil- und Absperrschächte sowie kurze Lei-tungsstrecken erneuert oder verbessert werden

Die neuen Schächte sind Fertigbetonteile. Das Reservoir, ein Kunststoff-Fertigteil, ist 40 m3 gross. Alle mit Trockeneinstieg und abschliessbarem Deckel.

 

Der Ausführungs- bzw. Kreditbeschluss erfolgte am 3. April 2017. Die Baubewilligung wurde am 14. August 2017 erteilt.

 

Mit den Bauarbeiten konnte anfangs Oktober 2017 gestartet werden. Die neue Wasserleitung vom Älpligatter bis Ölberg ist verlegt, und die letzten Arbeiten an der Wasserleitung werden im Jahr 2018 erfolgen. Da während der Alpzeit die Versorgung der Alpen mit Wasser selbstverständlich gewährleistet sein muss, müssen die Arbeiten gut aufeinander abgestimmt werden. Die verschie-denen Grabarbeiten hängen von den Schnee- und Witterungsverhältnissen ab. Es ist vorgesehen, das Reservoir im Herbst 2018 nach dem Alpabzug zu ersetzen. Auf die Alpsaison 2019 hin sollte die sanierte Wasserversorgung in Betrieb genommen werden können.

 

Kosten und Finanzierung

Die Kosten für dieses Vorhaben sehen gemäss Offerten wie folgt aus::
Quellfassungen "In den Brünnen WF 2" Fr. 14'300.--
Quellfassungen "In den Brünnen WF 3 und 5" Fr. 26'600.--
Quellfassungen "Sammelschacht 1" Fr. 14'500.--
Brunnenstube als "Sammelschacht 2" Fr. 14'250.--
Überlaufschacht Fr. 15'400.--
Reservoir "Stichboden" Fr. 146'000.--
Verteilschacht "Älpligatter" Fr. 5'500.--
Leitungen Überlaufschacht bis Reservoir "Stichboden" Fr. 39'000.--
Leitungen "Stichboden bis Älpligatter" Fr. 137'200.--
Leitungen "Älpligatter bis Ölberg" Fr. 137'900.--
Unvorhergesehenes Fr. 27'533.--
Technisches Konto, Honorare, Spesen Fr. 55'065.--
MwSt. Fr. 50'660.--
Bisherige Aufwendungen bzw. Rundungen Fr. 16'092.--
Total Kosten Fr. 700'000.--
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
Total Kosten Fr. 700'000.--
./. Subvention Bund Fr. 137'800.--
./. Subvention Kanton Fr. 127'200.--
./. Eigenmittel Fr. 300'000.--
Noch zu finanzierende Restkosten Fr. 135'000.--

Wegen den bisherigen finanziellen Schwierigkeiten hat die Ortsgemeinde Grabs in den letzten Jahren wenig investiert und nur den nötigen Unterhalt gemacht.

 

Die Sanierung der Alpwasserversorgung Gamperfin kann nicht verschoben werden, denn eine qualitativ einwandfreie und quantitativ ausreichende Trink- und Tränkewasserversorgung ist mit Blick auf die Anforderungen der Alpkäsefabrikation und Milchverarbeitung unabdingbar.

 

Da die Sanierungsarbeiten durch Spezialisten ausgeführt werden müssen, sind keine Eigenleis-tungen der Ortsgemeinde möglich. Allerdings setzt sie Fr. 300'000.-- an Eigenmitteln ein, was praktisch ihren kurzfristig angelegten flüssigen Mitteln entspricht.

 

Eine Unterstützung dieses wichtigen Projektes möchten wir Ihnen sehr ans Herz legen.

 

Für dieses Projekt konnten wir bis heute Spenden von Fr. 125'620.-- vermitteln.