Hochwasserschutz im Oberbach

Das Projekt

Der Oberbach mündet im Dorfteil Kappelboden in den Jaunbach. Sein Einzugsgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 5.3 km2 bis auf über 2'200 m.ü.M. (Bergkrete Schafberg – Rotechaste). Das Gebiet ist auf der orografisch rechten Seite und im oberen Teil der linken Seite gekennzeichnet durch die steile, wenig bewaldete und mit Lawinenrunsen durchsetzte Flanke von Chällihorn, Schafberg und Münchebärg. Der untere Teil hingegen ist mehrheitlich bewaldet und weist wenig Gefälle auf. Er neigt zu Rutschungen.

 

Der Bachabschnitt wird auf der rechten Seite von einem Maschinen- und Wanderweg gesäumt, der an einigen Orten erosionsgefährdet ist. Weil in den letzten Jahren nur relativ kleine Hochwasser mit wenig Geschiebetrieb zu verzeichnen waren, hat sich das Bachbett an einigen Orten eingetieft. Einige zum Schutz des Weges gebaute Längsverbauungen sind unterspült und drohen einzufallen. Insgesamt ist das Bachbett jedoch in einem relativ guten Zustand und zu einem grossen Teil naturnah gestaltet.

 

Die Bereiche, in welchen eine Ausweitung des Bachbettes zur Aufnahme von Geschiebe während eines Hochwasserereignisses möglich ist, sind stark eingeschränkt. Einerseits gibt es Stellen, wo Rutschmassen in die Bachsohle münden, andererseits wurde in den letzten Jahren oberhalb der kantonalen Strasse Aushubmaterial der Jaunpassstrasse und der Dorfdurchfahrt eingebaut.

 

Immer wieder gefährdet der Jaunbach mit Wasser und Geschiebe den Dorfteil Kappelboden und die Jaunpassstrasse. In zwei Etappen sollen daher Sicherungsarbeiten im Oberbach vorgenommen werden.

 

Die vorgeschlagenen Massnahmen berücksichtigen folgende Prinzipien:

 

  • Verringerung des Geschiebetransportes während eines Grossereignisses
  • Möglichst keine oder nur kleine Auswirkungen auf die Bachmorphologie bei Normalwasserabfluss und bei kleinen Ereignissen mit wenig Geschiebe
  • Schutz der Böschung nur dort, wo es unbedingt notwendig ist
  • Verbesserung der Ökomorphologie im Bereich unterhalb der Kantonsstrasse
  • Möglichst durchlässige Bauwerke
  • Dem Risiko angepasste Baukosten

Die Arbeiten der 1. Etappe betreffen den Abschnitt oberhalb der Jaunstrasse. Um die Wahrscheinlichkeit einer Verklausung bei den beiden untersten Bachübergängen im Siedlungsbereich zu verringern, soll möglichst wenig Geschiebe und Schwemmholz in diese Bereiche gelangen. Auf den Einbau von Bachsperren mit Absturz wird aus Naturschutzgründen verzichtet. Man hat entschieden, eine Vielzahl von Stahlrechen einzubauen. Diese sollen bei einem Hochwasser möglichst viel Geschiebe zurückhalten und bei kleineren Ereignissen so viel Material wie möglich durchlassen.

 

Im Jahr 2019 werden in einer 2. Etappe weitere Arbeiten mit einer Kostenfolge von

Fr. 700'000.-- ausgeführt. Diese Arbeiten sind jedoch nicht Gegenstand dieses Gesuches.

 

Der Kredit für die 1. Etappe dieses Projektes wurde bereits an der Gemeindeversammlung vom 25. November 2013 genehmigt und bewilligt. Jedoch mussten aus finanziellen Gründen die Arbeiten länger hinausgeschoben werden.

 

Nunmehr konnte mit den Bauarbeiten an der 1. Etappe Ende Juni 2018 gestartet werden.

 

Kosten und Finanzierung

Gemäss Voranschlag sehen die Kosten für die 1. Etappe wie folgt aus
Tiefbauarbeiten Fr. 330'275.--
Holzerei Fr. 5'000.--
Deponiegebühren Fr. 9'360.--
Projekt und Bauleitung Fr. 62'000.--
Geometerarbeiten Fr. 15'000.--
Unvorhergesehenes Fr. 46'662.--
Landentschädigung Fr. 4'103.--
MwSt. Fr. 27'600.--
Gesamtkosten Fr. 500'000.--
Die Finanzierung ist folgendermassen vorgesehen:
Gesamtkosten Fr. 500'000.--
./. Bundessubvention Fr. 175'000.--
./. Kantonssubvention Fr. 160'000.--
Restkosten Fr. 165'000.--

Die Ereignisse in Bondo haben unlängst gezeigt, dass betroffene Dörfer und deren Umgebung bei einem Unglück schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Um entgegenwirken zu können, müssen Schutzmassnahmen umgesetzt werden, und es ist sinnvoller, in die Prävention zu investieren, als in Aufräumarbeiten. Mit der Ausführung der unumgänglichen Massnahmen sollen künftige Schadensereignisse und deren Auswirkungen gering gehalten werden.

 

Aus den erwähnten Gründen können wir Ihnen eine finanzielle Unterstützung dieses Projektes sehr empfehlen.