«Nehmen Sie ein paar schöne Erinnerungen mit!»

 

Welch sympathische Idee: Aus Dank für die Unterstützungsleistungen in den vergangenen Jahren und um unser Jubiläum gemeinsam vor grosser Bergkulisse zu feiern, luden die Gemeinden Jaun, Boltigen, Guggisberg, Brünisried, Plaffeien, Plasselb, Oberschrot, St. Silvester und Zumholz sowie die Schlachthaus Genossenschaft Zollhaus, die Seygemeinde Reidenbach, und die Forst- und Alpweggenossenschaft Bühl-Reidigen am Samstag, dem 26. September 2015 den Vorstand, die Ehrenmitglieder, die Experten, die Geschäftsstelle und weitere Gönnerinnen und Gönner und Partnergmeinden nach Jaun ein.

 

Die Reise begann mit einer Überraschung. Die Vertreter der Patenschaft, die mit Zug und Bus nach Jaun fuhren, wurden in Charmey vom Alpabzug aufgehalten. Die Bauern und ihre schön geschmückten Tiere zogen durchs Dorf, und für einmal musste der Verkehr ins zweite Glied treten. Als die Gruppe ihr Ziel doch noch erreichte, zeigte sich Jaun von der besten Seite – die Fahrt mit dem neuen Sessellift führte direkt an den Fuss der eindrücklichen Gastlosen, und beim Bärghus warteten Musik sowie Gesang und ein reicher Apéro auf. Jean-Claude Schuwey, Gemeindepräsident von Jaun, bedankte sich bei den Gästen im Namen aller Gemeinden und Genossenschaften aus der Region, welche immer wieder in den Genuss von Hilfe aus dem Unterland kommen. «Die Zusammenarbeit mit Ihnen ist äusserst angenehm, denn wir wissen, dass unsere Gesuche ernst genommen werden und unsere Bemühungen unterstützt werden.» Er wies auch darauf hin, dass es weiterhin viel zu tun gibt, um die Infrastruktur zu erhalten. Eindrücklich sichtbar waren an der gegenüberliegenden Talseite die Lawinenverbauungen, deren Bau und Unterhalt die Gemeinde ständig fordert.

 

 

 

 

Der zweite Teil fand im Gemeindehaus mit musikalischen Darbietungen vom "Boltigergruess" statt. Wie erhofft, tischten die Gastgeber ihre Spezialitäten auf: Fondue und zum Dessert Meringues mit Doppelrahm. Die Gäste bereiteten das Fondue gleich selbst am Tisch zu, und die Einheimischen halfen dabei mit Rat und Tat. Vorstandsmitglied Rolf Schweiger bedankte sich bei den Geldgebern für ihre Solidarität und bei der Bergbevölkerung für ihren Einsatz, den es braucht, damit die Patenschaft und ihre Gönnerinnen und Gönner erfolgreich tätig sein können. Er wies darauf hin, dass Bergregionen und Unterland aufeinander angewiesen sind.

 

Schliesslich hatte die Gästeschar Gelegenheit, die einzigartigen Grabkreuze auf dem Jauner Friedhof zu bestaunen. Jean-Claude Schuwey erklärte, wie der Holzschnitzer Walter Cottier diese Tradition begründet hatte und wie sie «auf dem schönsten Friedhof Mitteleuropas» weiter gepflegt wird. Als es zum Abschied kam, war den Besuchern und Besucherinnen klar, dass sie nur einen kleinen Teil dieser reizvollen Region gesehen hatten und dass es noch viel zu entdecken gäbe. So entliess sie Jean-Claude Schuwey mit den tröstlichen Worten: «Nehmen Sie ein paar schöne Erinnerungen mit – oder: Kommen Sie wieder und bleiben Sie länger.»