Neubau Hirtenhütte Alp Muchetta, Fraktion Filisur

Das Projekt

Die Alp Muchetta ist eine von vier Alpen der ehemaligen Gemeinde und heutigen Fraktion Filisur. Mit 28 Normalstössen gehört sie zu den vergleichsweise kleineren Alpen. Gesömmert werden dort Mutterkühe und Rinder. Eine Hirtenhütte befindet sich mitten im Weidegebiet. Zweimal täglich kann das Alppersonal von dort aus die Tiere auch in den entlegeneren Weidegebieten innerhalb von 30 bis 40 Minuten pro Weg erreichen. Die einfache Hirtenhütte entspricht jedoch schon seit längerem in keiner Weise mehr den heutigen Anforderungen. Ohne Verbesserungen wird selbst die langjährige Hirtin nicht mehr weiter zur Verfügung stehen und den Sommer auf dieser Alp verbringen.

 

Eigentümerin der Alp Muchetta ist die Gemeinde Bergün Filisur, Pächterin jedoch die Alpgenossenschaft Filisur. Gemäss Pachtvertrag obliegen Investitionen der Gemeinde. Um das anstehende Investitionsvorhaben beurteilen zu können, hatte die Gemeinde dem Plantahof den Auftrag für einen Bedarfsnachweis erteilt. Laut diesem Nachweis kann unter anderem davon ausgegangen werden, dass die Alp Muchetta aufgrund der momentanen Nachfrage nach Jungvieh- und Mutterkuhalpen und der agrarpolitischen Unterstützung der Alpen auch in Zukunft genügend bestossen werden kann.

 

Die Gemeinde hat nun beschlossen, neben der alten Hütte einen Neubau zu erstellen, welcher ganz schlicht und einfach gestaltet wird. Das Trinkwasser muss mangels Druck weiterhin vom tiefer gelegenen Brunnen in die Hütte getragen werden und das Quellschutzgebiet verlangt Abstriche bezüglich der Sanitärinstallationen. Abwasser darf dort lediglich in nicht erwähnenswerten Mengen anfallen. Die alte Hütte soll als Materiallager weiterhin bestehen bleiben.

 

Der Gemeinde ist es wichtig, dass der Alpbetrieb weitergeführt werden kann und so das betroffene Gebiet nicht vergandet. Im Pachtvertrag mit der Alpgenossenschaft Filisur ist festgehalten, dass diese die Weideflächen offen zu halten und eine Verbuschung zu verhindern hat. Das wurde bis heute durch die Alpgenossenschaft auch bestens wahrgenommen.

 

Das Projekt wurde von der politischen Gemeinde wie auch von der Bürgergemeinde am 31. Juli 2018 respektive am 25. Juli 2018 beschlossen.

 

Die Arbeiten konnten am 17. Juni 2019 in Angriff genommen werden. Mit dem Bauende rechnet man im Herbst 2019.

Kosten und Finanzierung

Gemäss Kostenzusammenstellung vom 11. Oktober 2018 sehen die Kosten wie folgt aus:
Fundament Fr. 12'022.--
Materialtransport für Fundamenterstellung Fr. 470.--
Hirtenhütte Fr. 107'425.--
Transport von Bauelementen per Helikopter Fr. 4'391.--
Unvorhergesehenes Fr. 3'729.--
MwSt. Fr. 9'859.--
Total Kosten Fr. 137'896.--
Die Finanzierung ist wie folgt vorgesehen:
Total Kosten Fr. 137'896.--
./. Bundesbeitrag Fr. 20'000.--
./. Kantonsbeitrag Fr. 18'000.--
./. Eigenleistungen der Alpgenossenschaft Fr. 3'000.--
Restkosten Fr. 96'896.--

Mit der Viehsömmerung hat der Mensch in einem jahrhundertelangen Prozess ein reichhaltiges Wald-Weide-Mosaik geschaffen. Zunehmend wird erkannt, dass ohne Pflege und massvolle Nutzung die Alpen als Lebens- und Erholungsraum an Wert einbüssen. Angesichts des rasanten Strukturwandels in den Bauernbetrieben bedarf es grosser Anstrengungen aller Beteiligten, die Pflege des Alpgebietes in Zukunft zu gewährleisten.

 

Die Alpung hat einen grossen Stellenwert als Futtergrundlage und zur Entlastung der Heimbetriebe während der arbeitsintensiven Sommermonate.

 

Für die Gemeinde steht nicht die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, sondern die nachhaltige Verhinderung der Vergandung des Alpgebietes.

 

Aus den erwähnten Gründen können wir Ihnen eine Hilfeleistung wärmstens ans Herz legen.

 

Bis anhin konnten wir für dieses Projekt Spenden in der Höhe von Fr. 71'000.-- vermitteln.