Ein Werk ist vollbracht: Wasserversorgung Eierschwand Bürglen

 

Hoch über dem Urner Dorf Bürglen, auf der Sonnenseite des Schächentals, liegt das Einzugsgebiet der Wasserversorgungsgenossenschaft Eierschwand Bürglen. Sie versorgt 28 Liegenschaften mit sauberem Trink-, Brauch- und Löschwasser. Am Samstag, 26. Oktober 2013, wurde die Anlage feierlich eingeweiht.

 

«Das Wasser muss nicht nur vorhanden sein, es muss auch zu den Leuten kommen.» So schilderte Prof. Riccardo Jagmetti, Vorstandsmitglied und Experte der Patenschaft, das Problem der Bewohnerinnen und Bewohner am steilen Hang oberhalb Bürglen. Das Problem ist jetzt gelöst – nach neun Jahren umfangreicher Planung und aufwendiger Bauarbeiten. Das Beispiel zeigt: Dass genügend sauberes Wasser in jeder Haushaltung zur Verfügung steht, ist auch in der Schweiz keine Selbstverständlichkeit – auch nicht ein paar wenige Kilometer von Autobahn, Bahnlinie und Einkaufszentren entfernt –, sondern muss erarbeitet werden.

 

Eigeninitiative und Eigenleistung

An der neu erstellten Wasserversorgung hängen 28 Liegenschaften, die meisten davon sind Bauernbetriebe und werden von Familien mit Kindern bewirtschaftet. Sie hatten wohl fliessendes Wasser, aber manchmal hatte es eine bräunliche Farbe, manchmal versiegte es ganz. Einzelne Quellfassungen wurden zudem 2005 und 2008 bei Unwettern zerstört. Die Bauern schlossen sich zusammen und gründeten die Wasserversorgungsgenossenschaft Eierschwand Bürglen. Drei Quellen – Butzli, Schipfi und Brunni – wurden neu gefasst. Kühne Bauarbeiter hoben mit Menzi-Muck-Baggern die Gruben an den steilen Hängen für die Sammelbrunnenstuben und die Gräben für die Leitungen aus, Helikopter flogen vorfabrizierte Reservoirs ins schwer zugängliche Gebiet. Die Kosten von 3'150'000 Franken überstiegen die Finanzkraft der Gemeinde bei Weitem, doch die Eierschwand-Bauern und der Präsident der Genossenschaft, Michael Felber, liessen sich nicht entmutigen. Sie suchten Gönner – unter anderem mit sympathischen Broschüren, die sie an der Bahnstation verteilten, und sie stiegen selber in die Hosen: Rund 300'000 Franken beträgt ihre Eigenleistung in Form von Arbeit und Sachleistungen. Die Patenschaft konnte mehrere Gönnerinnen und Gönner für das Projekt gewinnen und 449'000 Franken an das Projekt vermitteln.

 

Marie Stadler, Hälti

«Nach zwei Wochen ohne Regen hatte ich jeweils kein fliessendes Wasser mehr im Haus – das wird jetzt endlich besser.»

 

Urban Camenzind, Urner Regierungsrat

«Diese Wasserversorgung ist ein wichtiger Schritt für die Erhaltung unserer dezentralen Besiedelung und der Kulturlandschaft – vielen Dank dafür, dass Sie helfen, die Schweiz weiterzubringen.»

 

Dr. Martin Hitz, Bernard van Leer Stiftung

«Es war ein guter Entscheid, dieses Projekt zu unterstützen, wenn man jetzt sieht, wie Familien mit Kindern dank der Wasserversorgung eine Zukunft haben.»

 

Esther Püntener, Migros Hilfsfonds

«Mir hat imponiert, wie viel Eigenleistung hier erbracht wurde, sei es mit dem Einsatz bei den Bauarbeiten oder beim sehr schönen Fest, wo wir auf ganz herzliche Weise verwöhnt wurden. Das passt gut zu unseren strengen Richtlinien bezüglich Unterstützung von Projekten, die Mensch und Natur zugute kommen, und zum Genossenschaftsgedanken: Gemeinsam kann man viel erreichen.»

 

Erich Herger, Gemeindepräsident von Bürglen

«Das gelungene Werk repräsentiert ein Miteinander von vermeintlichen Gegensätzen: Stadt und Land, Berg und Tal, wohlhabend und bedürftig, rechts und links, Sonnen- und Schattenseite.»