Umbau und Renovation des Schulhauses, Anteil Schule

Das Projekt

Mitten im Dorf steht neben der markanten Bogenbrücke aus dem 16. Jahrhundert das viergeschossige "Schulhaus", von dem die unteren beiden Geschosse bereits im 17. Jahrhundert errichtet wurden. Im Parterre befindet sich ein Restaurant. Im 1. und 2. Stock liegen einfache Zimmer, in denen für Fr. 45.-- übernachtet werden kann. Die Stockwerke sind niedrig und die elektrischen Installationen völlig veraltet. Isolationen fehlen gänzlich. Die beiden Schulzimmer sind ebenfalls äusserst bescheiden. Der Zugang erfolgt über eine dunkle, schmale, mittelalterliche Treppe im hinten angebauten Hexenturm. Die sanitären Anlagen sind dringend sanierungsbedürftig.

 

Das Parterre sowie der 1. und 2. Stock gehörten bis anhin der Burgergemeinde, der 3. Stock ist bereits Eigentum der politischen Gemeinde. Für den Betrag von Fr. 450'000.-- wird nun das ganze Haus in den Besitz der politischen Gemeinde übergehen. Für die Sanierung des Gebäudes wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die Renovation des Gebäudes soll im Allgemeinen in zurückhaltender Weise erfolgen. Nur die neuen zeitgemässen Lukarnen und eine moderate Aufstockung werden auf die Totalsanierung hinweisen. Die Aussenfassaden werden weitgehend bewahrt. Im Innenbereich wird mit Erhalt der Gebäudestruktur durch punktuelle innenräumliche Anpassungen und Öffnungen eine neue Grosszügigkeit geschaffen.

 

Neue doppelgeschossige Räume verbinden Funktionen sinnvoll und lassen dadurch interessante Raumbezüge entstehen. Durch den Ausbau des Dachgeschosses gewinnt das Gebäude an Nutzraum und mit einem im Volumen integrierten neuen südlichen Aussenraum eine zusätzliche Qualität.

 

Im Parterre wird das heutige Restaurant aufgehoben. Neu befindet sich dort der Infopoint Landschaftspark Binntal und Tourismus, das Bistro mit angegliederter kalter Küche und die Post. Durch die Integration der Post können der Bevölkerung und den Gästen während des ganzen Jahres attraktive Öffnungszeiten angeboten werden.

 

Ins erste Obergeschoss gelangt man durch das Treppenhaus mit separatem Eingang. Dort befindet sich der Empfang des Landschaftspark- und Tourismusbüros mit Backoffice (mit 250 Stellenprozenten), Garderobe und entsprechenden Sanitäranlagen.

 

Im zweiten Obergeschoss liegt die Betriebswohnung. Vom Treppenhaus gelangt man auf eine geschlossene Galerie mit Blick nach unten auf das Backoffice des Landschaftspark- und Tourismusbüros. Diese Räumlichkeiten werden vermietet.

 

Im dritten Obergeschoss ist wie bis anhin die Schule untergebracht, bestehend aus einem Klassenzimmer mit Spezialraum. Ergänzt wird das Geschoss mit einem Lehrerzimmer und mit einem Garderoben- und Sanitärtrakt. Für die Buben und Mädchen wird es künftig separate WCs geben, was bis heute nicht der Fall war.

 

Im neu ausgebauten Dachgeschoss befindet sich ein zusätzlicher flexibler Raum, der sowohl als Werkraum für die Schule dient, als auch als Mehrzweckraum dem Landschaftspark Binntal, dem Tourismus und den zahlreichen Vereinen von Binn zur Verfügung steht. Darüber hinaus wird das Geschoss mit Lagerräumen optimal ausgenutzt.

 

Das gesamte Gebäude wird durch einen Lift im Gebäudeinneren rollstuhlgängig gemacht. Die Erdbebentauglichkeit wird geprüft, und das ganze Gebäude auf die heutigen energetischen Anforderungen, basierend auf dem Minergiestandard, angepasst.

 

An der Urversammlung vom 29. November 2013 wurde die Ausführung des Projektes beschlossen.

 

Das Projekt ist zur Zeit noch in der Planungsphase. Die Arbeiten werden voraussichtlich zwei Jahre andauern.

Kosten und Finanzierung

Gemäss Kostenvoranschlag sehen die Kosten folgendermassen aus:
Erwerb Gebäudeanteile von der Burgergemeinde Fr. 450'000.--
Vorbereitungskosten Fr. 165'000.--
Gebäudeumbau Fr. 2'280'000.--
Betriebseinrichtung Fr. 220'000.--
Umgebung Fr. 25'000.--
Baunebenkosten Fr. 60'000.--
Unvorhergesehenes Fr. 250'000.--
Ausstattung Fr. 100'000.--
Gesamtkosten Fr. 3'550'000.--

Die Finanzierung ist noch nicht gesichert. Die Gemeinde verhandelt mit den Walliser Kraftwerken über ein Darlehen von Fr. 750'000.--. Als Sicherheit bietet sie den Kraftwerken die der Gemeinde gehörenden Kraftwerkaktien an.

Die Patenschaft kann sich nur am Schultrakt finanziell beteiligen:

 

Der Kanton hat für den Umbau des Schultraktes einen Betrag als subventionsberechtigt festgelegt:

Umbaukosten für den Schultrakt Fr. 778'000.--
Die Finanzierung sieht wie folgt aus:
Gesamtkosten Fr. 778'000.--
./. Subvention Kanton Fr. 233'400.--
Restkosten Schultrakt zu Lasten der Gemeinde Fr. 544'600.--

Die Bevölkerungszahlen sind in Binn seit Jahren rückläufig. Sollte die Schule geschlossen werden, ist mit einem weiteren Rückgang der Dorfbevölkerung zu rechnen. Junge Familien mit Kindern werden dann wohl nicht mehr ins Bergdorf ziehen. Im Jahre 1995 hat Binn für seine Attraktivität in Schweizer Zeitungen geworben, und drei Familien mit Kindern haben sich daraufhin im Dorf neu angesiedelt.

 

Die Gemeinde würde sehr an Attraktivität einbüssen, müsste die Schule geschlossen werden. Das Projekt ist deshalb eine wichtige und weitsichtige Investition in die Zukunft des Dorfes.

 

"Ohne Kinder verliert ein Dorf seine Seele" - so die Binner Bevölkerung.

 

Eine Unterstützung dieses Projektes können wir Ihnen deshalb sehr empfehlen.

 

Für dieses Projekt konnten wir bisher Spenden in der Höhe von Fr. 394'038.75 vermitteln.