Einweihung der Luftseilbahn Niederurnen-Morgenholz

 

Die Kabine 1 der Luftseilbahn Niederurnen-Morgenholz trägt das Kleid der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden. Am Samstag, 5. Mai 2018, fand die feierliche Taufe durch die Gotte, Regierungsrätin Marianne Lienhard, und den Götti, alt Bundesrat Dr. Hans-Rudolf Merz, statt.

 

Es war ein grosser Tag für Niederurnen, als die Luftseilbahn hinauf zum Morgenholz den regulären Betrieb wieder aufnahm. Seit 2013 hatte die Eigentümerin, die Genossenschaft Luftseilbahn Niederurnen-Morgenholz, umfangreiche Renovationsarbeiten vorgenommen: die Sanierung der Talstation, die Erneuerung von Antrieb und Steuerung, Revision des Hydrauliksystems, Ersatz der Seilsattellagerungen, der Laufwerke und Gehänge, der Seilscheiben und Zugseilen sowie die Komplettrevision der Kabinen. Die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden konnte 200'000 Franken an dieses nachhaltige Projekt beitragen. Im Gegenzug gestaltete die Genossenschaft eine Kabine nach Vorgaben der Patenschaft. An der Tauffeier am Samstag, dem 5. Mai 2018, wurde die Kabine von ihrer Gotte, Regierungsrätin Marianne Lienhard, und ihrem Götti, Präsident alt Bundesrat Dr. Hans-Rudolf Merz, mit den besten Wünschen auf ihren Weg geschickt.

 

 

Feierliche Taufe

Die Taufe der Kabine 1 fand im feierlichen Rahmen mit rund hundert Gästen statt. Urban Leuzinger, Präsident der Genossenschaft, begrüsste die Gäste mit einer Ode ans Niederurner-Täli:

 

«Mir händ a herrlichs Alpetäli.

Ä göttlichs Gschängg, wo alli freut.

Glich hät mä gmeint, dass öppis fähli –

äs Bähnli, wo eim obsi treit.»

 

Regierungsrätin Marianne Lienhard bedankte sich bei der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden und den Gönnerinnen und Gönnern und erinnerte daran, dass dank deren Unterstützung zahlreiche Projekte im Kanton Glarus realisiert werden konnten. Viele davon tragen – wie die Luftseilbahn in Niederurnen-Morgenholz – zur Attraktivitätssteigerung und damit zur Wertschöpfung bei.

 

Der Präsident, alt Bundesrat Dr. Hans-Rudolf Merz, stellte die Seilbahn als Sinnbild dar, wie Berg und Tal miteinander verbunden werden. «Das ist unsere Aufgabe und Motivation», stellte er fest. Und auch er entsandte die Bahn mit einem Gedicht auf den Weg:

 

«Wie baas isch mir da obe.

So noch am Gwölch dezue.

Vom Morge bis zom Obed.

Hani vor Freud kei Rueh.»

 

Mit der Seilbahn zur Schule

Der Zweck der Seilbahn ist gemäss Statuten, «in gemeinsamer Selbsthilfe eine Luftseilbahn von Niederurnen zum Morgenholz zu betreiben und zu unterhalten; insbesondere zur besseren und sicheren Erschliessung des Niederurner Alpentales für dessen Bewohner und die Mitglieder der Genossenschaft sowie die Förderung eines sanften Tourismus.» Gebaut wurde sie von 1964 bis 1965. In der Chronik heisst es dazu: «Dies unter anderem zur grossen Freude der schulpflichtigen Tälikinder, welche zuvor täglich einen von über einer Stunde langen Schulweg in Kauf nehmen mussten bei allerhand Witterungsverhältnissen.» Jedes Jahr lassen sich aber auch rund 20'000 Besucher ins Niederurner-Täli befördern. Dort begegnen sie auf den gut unterhaltenen Wanderwegen und Rastplätzen einer ganzen Schar von fantasievollen Holzskulpturen und – wenn sie sehr aufmerksam sind – ebenso dem armen Täligeist, dessen Gesicht sich in der Felswand des Wageten verbirgt.

 

Botschafterin der Patenschaft

Die Kabine 1 gleicht optisch der Lokomotive der BLS, die seit dem 1. Juli 2016 auf den Schweizer Schienen unterwegs ist. Wir freuen uns, dass jetzt eine weitere Botschafterin unserer Organisation unterwegs ist, den Solidaritätsgedanken unserer Gönnerinnen und Gönner einem breiten Publikum bekannt macht und mit den Tälikindern auch zukünftige Sympathisanten anspricht. Ein Besuch dieser reizenden Gegend lohnt sich.